Samstag, 2. Januar 2021

Caraval



Caraval von Stephanie Garber
erschienen am 31.01/07.03.2017 bei Flatiron Books /Piper
407/400 Seiten

Klappentext: 
Scarlett sehnte sich schon immer danach, das Festival Caraval zu besuchen. Es verspricht die magische Erfüllung von Wünschen, Abenteuern und Freiheit. Doch Scarletts Vater verbietet seinen Töchtern, die Heimat zu verlassen. Caraval erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zum Festival ermöglichen. Scarlett fühlt sich am Ziel ihrer Träume. Aber als sie Caraval betritt, beginnt sie zu zweifeln. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgibt diese Welt. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...

Aussehen: 
Das Cover hat etwas magisches, und macht schon neugierig auf den Inhalt. Auch an das Thema Zirkus lässt es einen bereits denken.
 Die Deutsche Version hat das gleiche Bild, wie auch die US-Amerikanische (die britische Angabe beinhaltet mehr gold, und hat zudem eines von mehreren geheimen Bildern unter dem Schutzumschlag)

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Zirkus, Schwester, Magie

Rezension:
INHALT
Scarlett wollte immer schon Caraval sehen, eine Art Zirkus/Performance-Show, in der die Realität sich mit der Fantasie zu vermischen scheint. Als sie endlich Tickets dafür erhält, scheint es zunächst, als könne sie nun doch nicht gehen, denn bald schon steht ihre Hochzeit an, von der sie sich ein besseres Leben für sich und ihre Schwester verspricht. Für ihre Schwester Donatella kommt das allerdings gar nicht in Frage. Ohne ihr Einverständnis schafft sie Scarlett auf ein Boot, weg von ihrem gewalttätigen Vater.

ALLGEMEINES
Ein gewalttätiger Vater, eine starke Schwesternbindung und eine Liebesgeschichte- diese Buch hat das alles. Und dann gibt es natürlich auch noch Caraval mit seinen Performances und Wundern zu sehen.
Gerade die sehr prominente Beziehung der beiden Schwestern hebt dieses Buch von vielen anderen aus dem Genre ab. Als große Schwester fand ich, dass es auch einiges an Identifikationspotential hatte.
Erwähnt sollten auch die Briefe und Hinweise werden, die Teil der Geschichte, und von Caraval selbst, sind. Zumindest in der englischen Ausgabe, die ich gelesen habe, waren diese schon rein optisch durch eine andere Schriftart hervorgehoben.

SCHREIBSTIL
Alles in allem mochte ich den, auch wenn manche Sachen ein wenig eigenartig beschrieben waren. So sieht Scarlett zB ihre Gefühle als Farben (eigentlich ziemlich cool). Trotzdem waren die Vergleiche manches mal für mich ein wenig zu viel... zu kreativ?

CHARAKTERE
Scarlett, der Hauptcharakter beginnt als schüchternes, zurückhaltendes Mädchen, das eigentlich keine Risiken eingehen will, und ein bisschen zu sehr Mami für ihre kleine Schwester Tella spielt. Diese auf der andere Seite ist das komplette Gegenteil: wild und unbändig und immer auf der Suche nach Abenteuern. Zuerst war das etwas nervig, denn wer will schon ein Buch über einen Hauptcharakter lesen, der sich nichts traut und nichts tun will, aber natürlich muss Tella gerettet werden, und Scarlett an sich selbst wachsen.
Obwohl Tella in der Geschichte selbst kaum vorkommt, wirkt sie, neben dem Anfang, da macht sie sich gut, sehr egozentrisch und nervig. Sie benimmt sich wie ein Prinzesschen und nimmt keine Rücksicht, allerdings vermute ich etwas mehr hinter diesem Verhalten. Ja, man fragt sich, ob sie es jetzt wert war, so ein Aufsehen um sie zu machen, und auch wenn das Buch viel daraus zieht, wie die beiden Schwestern zueinander stehen, und ich meine eigene Schwester jederzeit retten würde, fand ich es doch einen Tick zu viel.
Dann gibt es noch Julian. Der Matrose (oder nicht?), dem man nicht so ganz trauen kann. Er scheint mehr zu wissen, als es scheint, und man kann sich nie sicher sein ob, oder warum er Scarlet nun hilft...

MEINUNG
Das Buch war an sich gut. Das Ende war schnell, gut und glaubwürdig. Caraval und Master Legend (versucht mal herauszufinden ob Master hier ein Name oder ein Titel is...) spielen mit den Teilnehmern, wie das Buch mit seinen Lesern. Alles was passierte war irgendwie eine Überraschung, dennoch hatte man die ganze Zeit das Gefühl, man hätte es ja vielleicht doch herausfinden und kommen sehen sollen/können/müssen. Aber beim nächsten Rätsel bestimm! 
Gestört haben mich vor allem die Charaktere der beiden Schwestern, und da auch vor allem am Anfang. Aber das Buch (mittlerweile eine Trilogie) lässt auf mehr hoffen, und die anderen beiden warten nur darauf, dass ich sie lese.

Übrigens gab es bei der UK Version ein geheimes Cover, das ich sehr gerne gehabt hätte (es gab mehrere verschiedene und war Zufall. Das wurde auch bei den Folgebänden beibehalten und ich hab immerhin den dritten in der Auflage) Trotzdem wäre das international cool gewesen. 

Gesamteindruck:
Starke Geschichte über Schwestern mit einigem Hin- und Her. Rätsel und Tricks, Magie (oder doch nicht?) und viele Fragen, die sich nicht wie Fragen anfühlen. Mit kleineren Fehlern und manchen nervigen Angewohnheiten bekommt das Buch solide...

7,5/10 Punkte.

Hexenlied



Hexenlied von Antonia Michaelis 
erschienen am 22.07.2019 im Oetinger Verlag
400 Seiten

Klappentext: 
Schlagworte Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität

Aussehen: 
Das Cover so in schwarz und mit diesem Mädchen drauf, von dem wir nicht wissen, ob sie nun eine Hexe ist, oder nicht, hat durchaus etwas magisches. Gerade die Blumen und dieser Dornenkranz um ihren Kopf lassen sie aber auch naturverbunden und unschuldig aussehen

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
magischer Realismus, Außenseiter, Verwirrung 

Rezension:
SETTING
In der Schule soll ein Theaterstück aufgeführt werden und wie das halt so ist, beginnen alle bei den Proben ein wenig zu halluzinieren und wissen bald nicht mehr, was wirklich ist und was nur das Stück. Oder zumindest so ähnlich. Die Grenzen verschwimmen tatsächlich etwas, aber man weiß gar nicht genau warum, und je seltsamer es wird, umso mehr muss doch das komische Mädchen Schuld sein. Einzig Tim, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat (Hyperakusis und das bedeutet er hört zu viel) scheint da nicht ganz so überzeugt zu sein.

ALLGEMEINES
Es ist schon teilweise nicht lustig oder unterhaltend dieses Buch, denn es werden viele ernste Themen angesprochen. Von Tod über Mobbing (bis hin zu angedeuteten Essstörungen) ist alles dabei. Und während hier natürlich wichtige Themen verhandelt werden, fällt trotzdem negativ auf, dass nicht ganz alle aufgelöst werden. Ich will gar nicht sagen, dass das zu keinem guten Ausgang führen kann, aber das Buch ist so realistisch im Bezug auf die immer paranoider und abwegiger denkenden Charaktere, wie es unrealistisch mit deren Umgang mit dem Stück, oder deren Verhalten zwischendurch ist. 
Es ist auf jeden Fall ein Werk, über das man nachdenken sollte, sicher eines von dem man vieles lernen kann, aber ich weiß nicht, ob es auch wirklich unterhaltsam ist...
Interessant ist übrigens auch der Hintergrund der gewählt wurde, denn das Stück, welches unsere Gruppe lernt und aufführen will spielt in einem spanischen? mexikanischen? Dorf und auch die dortigen Ureinwohner werden miteinbezogen, was durchaus interessant ist.

SCHREIBSTIL
Der war an sich recht angenehm. Die Autorin weiß was sie da tut, und auch die spanischen Passagen (ein Lied) haben (bei meinen etwas eingerosteten Spanischkenntnissen) durchaus Sinn ergeben.

CHARAKTERE
Von allem Charakteren stechen nur Tim und Lilith wirklich heraus. Sie ist eine Einzelgängerin, die auch kein Problem damit hat, alleine zu sein, und/oder sich mit sich selbst zu beschäftigen. Sie ist außerdem ein guter Mensch, und nett und ohne Groll (vor allem wenn man bedenkt was ihr alles passiert). Ein wenig nervig ist das schon, weil man manches Mal auch will, dass sie die Leute in die Schranken weist, und weil sie sehr oft auch in Rätseln spricht. Aber sie ist gut für Tim und einigermaßen angenehm zu lesen.
Tim auf der anderen Seite erscheint mir von der Freundesgruppe bei weitem der vernünftigste, normalste und anständigste zu sein. Es wird recht schnell klar, dass er traumatisierte ist und seit einem Vorfall an Hyperakusis leidet, und das geht einem beim Lesen schon mal durchaus auf die Nerven. Seine Freunde wissen davon aber nichts, und es ist recht offensichtlich, dass er sich vor ihnen verstellt und dazugehören will. Dennoch mausert er sich im Verlauf der Handlung und lernt immer mehr auch für das einzustehen was ER will.
Die anderen Charaktere haben durchaus auch ihre Probleme und tragischen Geschichten, aber sie verblassen auch ein wenig, weil eigentlich jeder in dem Buch das ein oder andere Problem mit sich herumschleppt (von Alkoholismus bis Einsamkeit). Auch ist es zeitweise (für mich) schwer sie auseinanderzuhalten...und der Lehrer, der noch erwähnt werden sollte mag zwar ganz nett sein, ist aber absolut unfähig wenn es um seinen Job geht.

MEINUNG
Meh. Meeeeh. Es war okay...besser wird es nicht. Der Anfang ist etwas zäh, und während die Geschichte im letzten Drittel durchaus Fahrt aufnimmt, rettet das auch nur wenig. Dazu kommt, dass das Ende einfach unglaubwürdig wirkt. Insgesamt haben mich also weder die Geschichte, noch die Charaktere überzeugt, und ne nette Idee alleine (selbst wenn wichtige Themen angesprochen werden) ist einfach zu wenig... dazu bin ich der Meinung, dass Handlungen Konsequenzen haben müssen, und wenn man schon so viele Probleme, und dermaßen viel Fehlverhalten einbaut, sollte das am Ende irgendwie auch aufgelöst oder geahndet werden. Ich mein klar, in unserer Welt läuft nicht alles rund, aber aus einem Buch möchte man doch lieber optimistisch als deprimiert hervorgehen...

Gesamteindruck:
Ich bleibe bei Meh. Gute Themen, akzeptabel Geschichte, schlechte Auflösung und fragwürdige Charaktere. Das Buch war maximal eine Warnung, die einen deprimiert zurücklässt, und obwohl es sicher schlimmer geht, sind hier einfach nicht mehr als 
5,5/10 Punkten drinnen.

Donnerstag, 7. September 2017

Nach dem Sommer

Bildergebnis

Nach dem Sommer (eng. Shiver) von Maggie Stiefvater
erschienen am 06.09.2010 (eng. 01.08.2009)
423 Seiten (eng. 390 Seiten)

Klappentext: 
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf. Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Aussehen: 
Die deutsche Ausgabe ist in einem warmen Pastell-Orange gehalten. Einige Ranken vervollständigen den romantischen Hintergrund vor dem Sams und Graces Umrisse zu sehen sind.
Persönlich mag ich das englische Cover (in einem kalten Blau gehalten) lieber, da dieses mir zu warm erscheint, für das was im Buch erzählt wird- schön gestaltet ist es aber alle Mal.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Romantik, Verzweiflung, Winter, Wölfe

Rezension:
SETTING:
Jeden Winter wartet Grace auf ihre Wolfe, und bald (was das Buch betrifft, denn eigentlich dauert es sechs Jahre bis sie dahinter kommt) erkennt sie, dass die Wölfe eigentlich Menschen sind. Wenn es zu kalt wird legen diese allerdings ihre menschliche Form ab, und werden für die kalten Monate zu Tieren. Keiner weiß warum das so ist, oder was man dagegen tun kann, dennoch verliebt sich Grace in "ihren" Wolf, in Sam, ohne jedoch zu wissen, dass dies sein letzter Sommer als Mensch sein wird.

ALLGEMEINES
Wer hier aufmerksam mitliest, hat sicher schon mitbekommen, dass ich von Stiefvater bisher nicht sonderlich begeistert war. Daher habe ich dieses Buch auch ewig vor mir hergeschoben, wobei man eher sagen sollte, ich hatte nie vor es zu lesen. Tragisch, dass ich es getan habe, weil gerade nichts anderes da war..wobei wie mans nimmt, denn ich kann immer noch nicht glauben, dass dies hier von der gleichen Autorin geschrieben wurde, wie "Wen der Rabe ruft". Es ist einfach zu anders.
Das Buch selbst wird abwechseln aus der Sicht vom Sam und Grace erzählt, wobei jedem Kapitel der Name des Erzählers und die aktuelle Temperaturangabe vorangestellt wird. Manches Mal war ich verwirrt, weil ich einfach davon ausgegangen bin, dass etwas zu Grace oder Sam gehört und nicht immer den Namen dazu gelesen habe, aber alles in allem gefällt mir diese Aufteilung sehr gut.
Auch toll fand ich die Neuinterpretation von Werwölfen. Hier ist es ausnahmsweise einmal nicht der Mond, sondern die Kälte, die eine Verwandlung auslöst (wobei das mit dem Mond kurz angesprochen wird). Das führt auch dazu, dass es sich nicht wie ein Buch über Werwölfe liest, auf das ich nämlich noch weniger Lust gehabt hätte, als auf die Autorin.

SCHREIBSTIL
War mir der bisher noch ein Dorn im Auge, muss ich sagen, dass ich hier positiv überrascht worden bin. Es ist schnell, einfach und flüssig zu lesen, man hat sofort einen Film im Kopf und stört sich eigentlich an nichts. Die Mitte war mir ein wenig zu langsam, und zu kitschig, da ich darauf gewartet habe, dass etwas passiert, aber das soll auch meine einzige sprachliche Kritik bleiben.

CHARAKTERE
Ich möchte mit Grace anfangen, die eine sehr gute Erzählerin ist. Manches Mal ist sie ein wenig teilnahmslos, oder akzeptiert zu viel (Stichwort: Eltern, denen sie egal zu sein scheint), aber das macht sie auch sehr verantwortungsbewusst. Alles in allem schient sie die Person zu sein, die Sam braucht, und abgesehen davon, dass sie sich eigentlich nie aufregt, fand ich sie super.
Sam bekommt von mir die Schulnote 3. Er ist nicht mein Idealer männlicher Hauptcharakter- dafür ist er zu weich, zu poetisch, zu ängstlich, und schreibt zu viele Lieder in seinem Kopf. Ich hab jetzt zwar auch nichts gegen ihn aber wirklich warm (Achtung schlechtes Wortspiel) werde ich auch nicht mit ihm. Anmerkung: ich mag ihn als Wolf mehr.
Isabel hat mich überrascht, daher eine Erwähnung hier. Zuerst war ich der Meinung sie wäre eine ziemliche Zicke....gut, sie ist eine ziemliche Zicke, aber sie scheint nett zu sein, wenn man sie kennt, und im Gegensatz zu Graces anderen Freunden, war sie da als sie gebraucht wurde. Stichwort Freunde: Olive und Rachel waren irgendwie unnötige Charaktere, zum einen weil sie nur dann auftauchen, wenn es gerade passt, und Grace (ganz die Tochter ihrer Eltern hier) sonst ein wenig auf sie vergisst, aber auch weil das ganze mehr Zweckbeziehung als Freundschaft ist.
Jack dagegen hasse ich. Seine Geschichte zieht sich irgendwie durch das ganze Buch, und ich habe nichts an ihm gefunden was ch auch nur annähernd hätte mögen können. Gut, das stimmt nicht, ich mag es wie seine Geschichte per se erzählt wird, und auch die Dinge die passieren fand ich passend.

MEINUNG
Nachdem ich nicht erwartet hätte, je wieder etwas von dieser Autorin zu lesen, bin ich beeindruckt und überrascht. Das Buch war gut, und das obwohl es gleich mehrfach nicht in mein Beuteschema passt. Vor allem hat es Spaß gemacht und war spannend, und ich habe wirklich Lust weiterzulesen. Ich hoffe dann auf ein schnelleres Tempo beim erzählen, und, ja, mehr Isabel.

Gesamteindruck:
Nach dem Sommer ist insgesamt ein gutes Buch. Ein wenig kitschig, ein wenig langsam in der Mitte, aber gut geschrieben und doch irgendwie spannend erzählt. Die neue Sicht auf Werwölfe bringt auch einen gewissen Charme mit sich, weswegen es eine klare Leseempfehlung für Band 1 gibt.

macht 8/10 Punkten

Donnerstag, 6. Juli 2017

La Belle et la Bête



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Die Schöne und das Biest (La Belle et la Bête) von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve
erschienen um 1740 in Frankreich (oder diese Ausgabe: Coppenrath 02.03.2017)
216 Seiten


Klappentext: 
Es ist eines der romantischsten Märchen aller Zeiten: Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 1740 sind Generationen gefesselt von der zeitlosen Geschichte der Schönen, die sich in ein grimmiges Biest verliebt …
Die Designkünstler MinaLima laden den Leser mit kunstvollen Illustrationen und aufwendigen interaktiven Extras ein, die Geheimnisse im verwunschenen Schloss des Biests neu zu entdecken – mit Pop-up-Tor, Schieber, verspiegelten Klapp-Fenstern und vielem mehr.

Aussehen: 
Ein Traum!

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Disney, WTF??

Rezension:
*lustiges langes Mini-Review*

DAS BUCH
Man sollte ja ein Buch niemals nach seinem Cover (der Grund warum ich es gekauft habe), seinem Film (hier gibt es gleich 2 Disney Adaptionen die einem das schmackhaft machen) oder dem was man darüber gehört hat (vielleicht auch nicht unwichtig hier) beurteilen. Ich bin aber auch ein Musterbeispiel wie man es (nicht) macht.
Beim Lesen habe ich mich dann von oben genannten nicht beeinflussen lassen (hoffe ich) aber es fallen einem dennoch die (zahlreichen) Unterschiede auf.

Nimmt man also dann tatsächlich außen vor, dass ich auf sprechendes Geschirr gewartet und Gaston herbeigesehnt habe (wo bist du, verdammt??), bleibt folgendes übrig: ein sehr sehr eigenartiges Buch.

DIE GESCHICHTE (Achtung Spoiler)
Die Schöne, ein Musterbeispiel an Tugendhaftigkeit, Charakterlosigkeit und Schönheit, lebt mit ihren 5 Schwester, die sie dafür hassen, und 6 Brüdern bei ihrem Vater. Nachdem dieser alles verloren hat, und in den Wald zieht, erlangt er Kunde davon, dass eines seiner Schiffe wieder aufgetaucht sei. Lange Geschichte kurz: alles wurde von anderen verkauft, auf dem Rückweg landet er beim Biest, diesem stielt er eine Rose für seine Tochter. Der Preis: sie muss zum Biest (freiwillig).
Na gut, bis dahin kennen wir das ja schon; sie geht dort hin, lebt mit dem Biest, JEDOCH träumt sie jeden Abend von einem bezaubernden Jüngling, in den sie sich sogleich verliebt, der sie aber ermahnt nicht nach dem Äußeren zu gehen. Über Umwege, und ohne Gesang oder Aufstände, schafft sie es das Biest zu befreien, es ist- oh Wunder- ihr Traummann (see what I did there?). Jetzt (wir befinden uns kurz nach der Hälfte des Buches) kommt seine Mutter, ist gegen die Hochzeit mit einer Kaufmannstochter, denn er ist schließlich ein Prinz! Nun, kommt eine gute Fee, von der die Schöne auch schon geträumt hat, und versucht die Königin umzustimmen. Wir erfahren, dass eine andere Fee, den Prinzen verzaubert hat, weil dieser (und seine Mutter) nicht wollten, dass diese Fee ihn heiratet. Schließlich gibt die Königin endlich ihren Segen, und -oh Wunder- die Schöne ist die Tochter der Schwester der guten Fee, welche durch eine Intrige selbiger böser Fee im Reich der Feen gefangen genommen wurde. Nun kommt noch ihr leiblicher Vater, die Mutter schafft es auch aus der Verbannung heraus und alle sind glücklich. Ergibt Sinn, nicht wahr??

Tut es nicht. Selbst wenn wir mal außer Acht lassen, dass die Geschichte gut 250 Jahre alt ist, dass in Märchen immer alles gut wird (was auch nicht zu 100% stimmt), und dass am Ende alles immer passt, ist die Story einfach nur eigenartig.

....DAS BEDEUTET..?
Ja, das Buch war am Anfang ganz nett, aber die Geschichte kann nichts. Ich mag Märchen, und ich weiß sehr wohl um deren Eigenheiten bescheid (besser als ihr denkt: ich studiere Germanistik), und kann diese aus meiner Wertung heraushalten. Aber das hier, das war IM VERGLEICH ZU ANDEREN MÄRCHEN EIGENARTIG.

Gesamteindruck:
Sind wir fair: das Buch bekommt 10/10 für die Aufmachung und 3/10 für die Story
5/10 Punkte

Freitag, 9. Juni 2017

Tote Mädchen lügen nicht



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Tote Mädchen lügen nicht (13 reasons why) von Jay Asher
erschienen im cbt Verlag am
287 Seiten

Klappentext: 
Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...

Aussehen: 
Das Buch ist in einem knalligen Rot gehalten, zwischen dem Titel sind in giftgrün 13 Strichlein- eine Liste
Zwar ist dieses Cover definitiv ein Blickfang, aber mit dem grün erinnert es doch eher an ein Zombie-Apokalypse Buch, als eine Teenager-Tragödie.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Selbstmord, Rache, Netflix

Rezension
Also wir kennen alle die Serie auf Netflix, ja? Tatsächlich habe ich sie nur angesehen, weil ich mich  verklickt habe, nicht weil mich das Thema, nichtsdestotrotz ein wichtiges, speziell interessiert.

INHALT
Als Clay von der Schule nach Hause kommt, erwartet ihn eine Lieferung. Darin befinden sich 7 Kassetten, auf denen Hannah erklärt, warum sie sich umgebracht hat, und wem sie die Schuld dafür gibt. Clay kann sich allerdings keinen Reim darauf machen, warum er auf diesen Kassetten sein soll, immerhin hat er doch gar nichts falsch gemacht- oder?

ALLGEMEINES
Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass wir die Geschichte aus Clays Sicht erzählt bekommen. Dazwischen jedoch (wir reden hier von: alle paar Zeilen) hören wir mit ihm Hannah Stimme (in kursiv).

Das Buch ist des weiteren nicht in Kapitel, sondern in Kassetten und deren A und B Seiten geteilt. Zusätzlich gibt es noch ein extra Kapitel am Anfang, das am Tag danach spielt und einen Epilog.
Das Buch beschäftigt sich schließlich mit dem Thema Selbstmord. Es tut dies auf eine sehr eigene Art und Weise, und versucht dem Leser klar zu machen, dass bei Hannah alle Zeichen da waren, diese aber nicht erkannt wurden.

SCHREIBSTIL
Es war einfach zu verstehen und schnell zu lesen; es gibt nur eine Sache, die nicht passt. Im ersten Kapitel befinden wir uns am Tag NACH den Geschehnissen, dennoch wird das gesamte Buch im Präsens erzählt. Vielleicht bin ich kleinlich, aber das hat mich durchwegs irritiert.

CHARAKTERE
Ich werde mich hier mal auf die (für mich) wichtigsten beschränken, denn auf Hannahs Liste steht so mancher. Versuchen wir das mal Spoilerfrei zu schaffen xD
Es gibt Alex und Jessica, die ich persönlich okay fand. Ihren Teil spielt Hannah meiner Meinung nach schon sehr in die Höhe- ja, sie haben sich nicht perfekt verhalten, aber wer tut das schon? Vor allem in dem Alter. Für mich waren diese beiden einfach normale Teenager. Punkt.
Auf der anderen Seite gab es Jenny, die sehr wohl einen fatalen Fehler gemacht hat, allerdings war das nichts persönliches, und wir erfahren nie, ob sie diesen wieder gut gemacht hätte, oder nicht, denn hier endet das Buch. Cortney war eine blöde Kuh, das muss man schon sagen, und (anders als in der Serie) habe ich nicht verstanden, warum sie gemein war zu Hannah.
Justin war am Anfang für mich eigentlich auch in Ordnung, aber später stellt sich heraus, dass er keinen Charakter hat. Was übrigens ein Problem des Buches an sich ist: wir erfahren nur warum Hannah denkt, dass alle böse sind, wer nicht was falsch gemacht hat, aber ein Mensch ist mehr als seine blöden Entscheidungen in der Schulzeit, und ich finde, es fehlt hier eindeutig Perspektive. Exkurs Ende- es hat mich schon gestört, dass Hannah Justin einen so großen Teil an der Schuld für ihren Tod gibt, obwohl er IHR nichts getan hat.
*kleiner Spoiler*
Clay tat mir leid. Er ist ein netter, fast schon zu guter Junge, der nichts falsch gemacht hat. Hätte sie ihm etwas erklären wollen, hätte sie das auch in einem Brief schreiben können, oder ihm anders sagen können.
*Ende*
Schließlich gibt es Hannah. Und seid mir jetzt bitte nicht böse, aber ich mag sie nicht. Sie ist ein Dramalama, sie ist schwach. Natürlich, ja, man kann nie sagen, was einen Menschen im Endeffekt wie beeinflusst, aber es las sich wirklich, als hätte sie jede Aktion von jeder Person auf die Waagschale gelegt. Wenn ich ein Buch zu diesem Thema schreibe, dann schreibe ich doch einen Grund, der auch schlimm ist da rein, oder? Ich will Hannah nämlich nicht nicht ernst nehmen, aber das tue ich teilweise nicht, weil ich mir wirkich denke: ja, das passiert so vielen- und?

MEINUNG
Interessant zu sehen ist, wie sich die Meinung nach der Serie, nach der Lektüre und nach einiger Zeit doch ändert.
Auf Goodreads hat dieses Buch bei mir 4/5 Sterne, aber mittlerweile würde es nur mehr 3 bekommen. Ich kann nicht beurteilen, ob mit dem Thema gut umgegangen wurde oder nicht, denn ich habe dazu keinen echten Bezug. Ich fand den Ansatz innovativ, ja, aber es ist auch eine Racheaktion. Ich fand es aber auch wichtig, zu sehen, dass viele Kleinigkeiten eine Person ruinieren können, denn jeder von uns ist anders.



Gesamteindruck:
Kontroversen. Kontroversen. Ich mochte das Buch nach dem Lesen, und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich kann mir eine Klasse vorstellen die damit arbeitet, aber ich würde es nicht noch einmal zum Spaß lesen.

6,5/10 Punkte

Freitag, 19. Mai 2017

Daughter of Smoke and Bone






Daughter of Smoke and Bone von Laini Taylor
erschienen am 27.09.2011 (Boxausgabe 20.10.15/dt. 23.02.12)
bei Little Brown Books
422 Seiten (dt.496)

Klappentexte: 
ENGLISCH Around the world, black hand prints are appearing on doorways, scorched there by winged strangers who have crept through a slit in the sky.
In a dark and dusty shop, a devil’s supply of human teeth grows dangerously low.
And in the tangled lanes of Prague, a young art student is about to be caught up in a brutal otherworldly war.
Meet Karou. She fills her sketchbooks with monsters that may or may not be real, she’s prone to disappearing on mysterious "errands", she speaks many languages - not all of them human - and her bright blue hair actually grows out of her head that color. Who is she? That is the question that haunts her, and she’s about to find out.
DEUTSCHEs war einmal, da verliebten sich ein Engel und ein Teufel ineinander.
Es ging nicht gut aus.

Karou ist etwas Besonderes. Sie hat blaue Haare so glänzend wie Seide und filigrane Tattoos. Sie ist in den düsteren Gassen Prags genauso zuhause wie auf den Märkten von Marrakesch, und sie spricht fast alle Sprachen der Welt, nicht nur die der Menschen. Doch Karou hat ein Geheimnis. Manchmal verschwindet sie für Tage, ohne jemandem zu sagen wohin. Außerdem kennt nicht einmal sie selbst ihre wahre Herkunft. Bis eines Tages auf der ganzen Welt mysteriöse schwarze Handabdrücke an Türen erscheinen. Geflügelte Fremde, die durch einen Spalt im Himmel geschlüpft sind, brennen sie in Holz und Metall. Einen von Ihnen trifft Karou in der pulsierenden Altstadt von Marrakesch – und eine Liebe beginnt, deren Wurzeln tief in eine gewalttätige Vergangenheit reichen. Am Ende wird sie mehr über sich erfahren, als sie sich jemals hätte vorstellen können.

Aussehen: 
Mädchengesicht mal anders. Es ist davon auszugehen, dass Karou auf dem Cover in schwarz-weiß dargestellt ist. Mit der blauen Federmaske wirkt es nicht nur mysteriös und spannend, es passt auch insgesamt zu der Atmosphäre im Buch.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Prag, Atmosphäre, Engel

Rezension:
Daughter of Smoke and Bone erzählt die Geschichte von Karou, die von Chimären aufgezogen wurde, und in einen Krieg hineingerät.

INHALT
Karou lebt in Prag. Aber sie ist kein normales Mädchen- sie spricht 26 Sprachen (die meisten nicht gelernt, und einige nicht menschlich), hat blaue Haare (die ihr so wachsen) und Tattoos. Wenn nötig erledigt sie kleinere Aufträge für ihren Ziehvater Brimstone, der ein Geschäft besitzt, in dem man Zähne gegen Wünsche tauschen kann. Auch er ist nicht "normal", ist der doch eine Mischung aus Ziege, Drache und Mensch.
Karou weiß nicht warum sie bei ihm und seinen Mitarbeitern/Freunden ist, oder woher sie kommt, denn Brimstone will ihr nichts über ihre Vergangenheit sagen.

ALLGEMEINES
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Karou erzählt, gelegentlich, aber nicht auf störende Art und Weise, auch aus der Sicht des Engels Akiva. Während die beiden Sichten anfangs noch getrennt waren (ganze Kapitel oder Absätze) mischen sie sich später zusehends. *unwichtiger Minispoiler* später kommt noch eine weitere Sichtweise, die der Chimäre Madrigal hinzu.Es werden nicht nur Beziehungen aller Art, sondern auch Themen wie Krieg und wer „der Böse“ ist verhandelt. Auch kommen neben Prag einige andere Städte/Länder vor. Die USA, Marakkesh etc. alle waren sehr gut und glaubwürdig dargestellt.

SCHREIBSTIL
Der Stil ist sehr gut wiederzuerkennen, ja einzigartig. Das Buch ist schnell zu lesen, auch wenn am Anfang die Sätze ein wenig ungewohnt und abgehackt waren. Man kann die Charaktere gut voneinander unterscheiden, und auch die verschiedenen Sprachen waren gut eingebracht.
Hier und da waren in meiner Ausgabe (Boxhardcover) jedoch kleinere Fehler wie die falsche Verwendung von Adjektiv/Adverb oder das Fehlen von Präpositionen. Da Boxhardcovers immer erst nach dem Erscheinen aller einzelnen Teile herauskommen hat mich das gewundert, denn es liest sich ein wenig wie ein Erstdruck…

CHARAKTERE
Ich mochte Karou. Sie ist stark, weiß was sie will, macht ab und zu Dummheiten, ist loyal und eigentlich einsam. Man kann es ihr nicht verdenken, wenn sie Wünsche „verschwendet“ um ihrem Ex eins auszuwischen, oder um permanent blaue Haare zu haben, noch, dass sie wissen will woher sie kommt. Gegen Mitte des Buches fand ich, dass sie sich zu schnell verliebt, auch wenn sie darüber reflektiert, und das selbst bemerkt. Sie ist ein Charakter mit Charakter.
Brimstone, Issa und die anderen Chimären waren auch toll. Ich mochte ihn sehr, aber ich bin auch der Meinung, dass er zu viel im Verborgenen gelassen hat. Nicht alles davon war notwendig. Während er ein ziemliches Temperament zu besitzen scheint, und im Regelfall sehr autoritär auftritt, fand ich es toll, dass man auch seine weiche Seite gesehen hat. Sie sind übrigens alle sehr kreativ gemacht und ich liebe besonders die nette und einfühlsame Issa (sie ist halb Schlange- ich wollte so sehr dass sie beim reden zischt, aber das ist ja so ein Klischee…)
Akiva ist ein Engel, er ist daher im Krieg mit den Chimären und wähnt sich natürlich im Recht. Dabei zeigt Karou (ob er es nun einsieht oder nicht) immer wieder auf, dass die Engel eben eigentlich nicht die Guten, bzw die Chimären nicht die Bösen sind. Überhaupt ist alles nicht so einfach. Er scheint jedenfalls nicht so ignorant zu sein, wie es auf den ersten Blick wirkt, und ich sehe großes Potential in ihm.
*unwichtiger Minispoiler* Madrigal mochte ich NICHT. Sie ist wirklich kein furchtbarer Charakter, sie ist ein wenig unentschlossen und freundlich, aber man weiß leider im Vorhinein schon wie sie sich entschieden haben wird, daher fehlte mir hier einfach die Möglichkeit mit ihr mit zu leben. Aber eigentlich finde ich hat sie leider auch nichts, was sie besonders macht. Sie ist beige.

MEINUNG
Während sich der Anfand langsam gelesen hat, nicht weil das Buch per se langsam ist, oder weil nichts passiert, es gibt einfach Bücher für die braucht man lange, war ich bald sehr in der Geschichte gefangen. Karou ist interessant, die Engel, die Chimären sind gut durchdacht und glaubwürdig. Besonders mochte ich das System mit den Wünschen (bitte ich will auch welche!!). Prag als Handlungsort war zudem herrlich und neu und hat perfekt zu der Atmosphäre beim lesen gepasst. Was mir nicht gefallen hat, war, dass Karou sehr schnell Gefühle entwickelt, obwohl sie das doch eigentlich gar nicht will. Dabei fand ich es nicht einmal besonders unlogisch, aber wenn da zwei Wochen vergangen wären, statt einer Nacht, dann wäre es meiner Meinung nach glaubwürdiger gewesen. Ich habe auch ein wenig Angst, dass die Reihe nun zu sehr in den Fantasy Bereich abdriftet, und in einer High-Fantasy Parallelwelt hängen bleibt. Ich will schon gerne 75%+ der Handlung auf der Erde haben…
Wo wir dabei sind, *geschichtlich unwichtiger Minispoiler der wichtig für meine Wertung ist*, ja, die letzten 100 Seiten spielen in der Welt der Chimären, und NEIN, ich mochte es nicht. Ich war drauf und dran dem Buch volle Punkte zu geben, aber dieser Teil hat mich einfach nicht überzeugt. Klar ist es interessant geschrieben, innovativ sogar, da die Informationen nicht chronologisch gegeben werden, aber ich hatte 0 Interesse an der Welt, ich fand der Bruch zu den Kapiteln davor war zu groß, die Charaktere nicht so interessant und die Lust beim Lesen einfach weg. Schade.Ich finde das Cover übrigens herrlich (das Deutsche, wenn es wer googeln mag wirkt ab Band 2 ein wenig nachgemacht und nicht so toll) und den Titel toll. Beides erweckt in meinen Augen genug Aufmerksamkeit, um die Bücher in die Hand zu nehmen (und zu lesen).
Alles in allem war es ein sehr spannendes Buch, mit einer ganz eigenen, besonderen Atmosphäre, die ich gerne einfangen würde. Ich bin bei meiner Bewertung auch lange geschwankt, denn es ist nun mal einerseits nicht perfekt, aber es ist auch besonders. Schließlich habe ich es leider etwas niedriger bewertet als ich eigentlich wollte, weil mich am Ende so komplett die Lust verlassen hat. Das heißt aber nicht, dass es anderen nicht vielleicht genau deswegen gefällt. Die Idee es so zu schreiben war ja nicht schlecht, nur nicht mein Ding.

Gesamteindruck:
Ein gutes Buch, eine tolle Idee, eine absolute Leseempfehlung. Leider wurde es für mich etwas schwächer gegen Ende. Macht...


...7,9/10 Punkte

Freitag, 7. April 2017

Sternensturm: Das Herz der Quelle




Sternensturm: Das Herz der Quelle von Alana Falk
erschienen am 03.01.2017 im Arena Verlag
384 Seiten

Klappentext: 
Es ist der größte Moment in Lilianas Leben und sie fürchtet ihn genauso sehr, wie sie ihn herbeisehnt. Endlich soll sie in die Gemeinschaft des Hohen Rates aufgenommen und mit ihrer Quelle verbunden werden. Denn jeder Magier braucht eine menschliche Energiequelle, um zaubern zu können. Doch es ist ausgerechnet Chris, der Liliana zugeordnet wird. Chris, der sich der Gemeinschaft verweigert und dessen früherer Magier auf ungeklärte Weise ums Leben kam. In seinen Augen sieht Liliana nichts als Hass. Es beleibt nicht viel Zeit, um sein Vertrauen zu gewinnen, denn in den Tiefen unter Neuseeland braut sich eine schreckliche Katastrophe zusammen und nur Liliana und Chris können sie aufhalten.

Aussehen: 
Zwei Silhouetten, dazwischen der Nachthimmel? die Milchstraße? Magie?
Ein mysteriöses, geheimnisvolles Cover.
(was um Gottes willen hat die Frau für eine Oberweite? Oder erscheint das jetzt nur mir unnatürlich?)

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Magie, Gleichberechtigung, Beziehungen

Rezension:
Sternensturm: Das Herz der Quelle ist ein Buch über Magie, Beziehungen und mehr.

INHALT
Liliana ist Magierin, aber alleine kann sie keine Magie wirken. Denn jeder Magier braucht eine Quelle, die ihm, seinem Potential gemäß, die magische Kraft zur Verfügung stellt. In Lilianas Gemeinschaft haben aber nicht beide gleich viele Rechte, die Quelle ist immer untergeordnet. Aber als sie ihre Quelle endlich zugewiesen bekommt, und auch spürt, dass sie füreinander geschaffen sind, funktioniert irgendetwas nicht.


ALLGEMEINES
Die Geschichte wird von zwei Personen erzählt, der angehenden Magierin Liliana, die Probleme mit ihrer Quelle Chris hat, und der Magierin Adara, deren Quelle vor kurzer Zeit verstorben ist, die aber nicht loslassen kann, und die Verbindung mit einer neuen Quelle verhindern möchte.
Neben der Frage, ob, und inwiefern Magier und Quelle gleichberechtigt sind und sein können, geht es aber auch und vor allem um Beziehungen. Nicht nur Liebesbeziehungen, sondern alle Arten zwischenmenschlicher Beziehungen spielen eine große Rolle. Und die Frage ob man jemandem voll und ganz vertrauen kann.


SCHREIBSTIL
Falks Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Der Text war fehlerfrei. Gelegentlich gab es die ein oder andere Formulierung, die mich ein wenig...aus dem Konzept gebracht hat. Bei Sätzen wie "er füllte mich voll und ganz aus" denke ich nun mal nicht an eine magische Verbindung ;)


CHARAKTERE
Liliana ist stur, sie hält sich für einen guten Menschen, und denkt, dass sie immer Recht hat. Sie hat aber auch große Selbstzweifel und das Ansehen in der Gemeinschaft liegt ihr sehr am Herzen. Nicht nur, was die Magie betrifft hat sie daher Probleme mit Chris. Dennoch ändert sie sich sehr zum positiven und beginnt über ihre Einstellung und Handlungen nachzudenken.
Adana auf der anderen Seite weiß zwar auch was sie will, aber sie ist so sehr in ihrer Trauer vertieft, und die Angst davor, bei dem was sie tut erwischt zu werden, dass ich nicht sicher war, ob ich ihren wahren Charakter wirklich kennen lernen konnte. Von Anfang an ist bei ihr klar, dass sie für etwas Gutes kämpft, und dem Rat der Gemeinschaft nicht traut.
Chris, Lilianas Quelle, verlangt Gleichberechtigung. Er sperrt sich ihr gegenüber- allerdings tut er das nicht immer absichtlich. Eigentlich ist er, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist jemanden zu hassen, ein sehr netter, unsicherer und treuer Typ.
Dann gibt es noch Seth. Das ganze Buch über ist man nicht sicher auf welcher Seite er steht. Er soll Adaras neue Quelle werden, aber er zeugt nie Gefühle, und so kann man ihn nicht einschätzen. Während sie aber der Meinung ist, dass er gegen sie arbeitet, war ich immer der Meinung, dass er nur seine eigenen Ziele verfolgt.


MEINUNG
Das Buch ist gut und spannend geschrieben, die Charaktere sind toll erzählt. Ich mochte Liliana mehr als Adara, weil diese sich so sehr in ihre Trauer und vor allem in ihre Angst hineinsteigert, und habe erst 50 Seiten gebraucht, um mit der Geschichte warm zu werden. Auch haben mich manches Mal die Formulierungen ein wenig...aus dem Konzept gebracht. Ein bisschen mochte ich auch nicht welche Rolle Sex in dem Buch gespielt hat...Alles in allem sind es aber Kleinigkeiten, die mich stören, denn das Buch ist wirklich interessant. Vor allem das System mochte ich sehr, denn es ist eine neue Art mit Magie umzugehen. Es wurden eigentlich auch alle Fragen zufriedenstellend geklärt, aber dennoch ein Handlungsstrang für den zweiten Teil gelassen.

Läuft also darauf hinaus, dass ich dieses Buch empfehlen kann, denn obwohl ich anfangs nicht so begeistert davon war schon wieder über Magie zu lesen (hatte ich gerade erst), war ich sehr schnell durch und habe es sehr genossen.

Gesamteindruck:
Ein spannender erster Teil mit einem innovativen Konzept. Definitiv lesenswert.

daher 8/10 Punkte