Dienstag, 5. Januar 2021

Scarlet



Scalet (dt. Wie Blut so rot) von Marissa Meyer
erschienen am 05.02.2013 (dt. 24.01.2014) bei Feiwel and Friends
454 Seiten(dt. 432) Seiten

Klappentext: 
Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grandmère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt.
Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …

Aussehen: 
Rotkäppchens Umhang auf dem englischen Cover oder der Wolf in rot auf dem deutschen. Es ist schwer zu sagen welches hübscher ist hier, weil, anders als bei Teil 1 hier keine subtilen Andeutungen versteckt sind. 

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Sci-Fi, Mond, Zukunft, Pandemie

Rezension:
SETTING
Einerseits haben wir Cinder. Diese muss aus dem Gefängnis ausbrechen, und hat dabei nur Hilfe von Thorne, einem mehr oder weniger Gauner. 
Auf der anderen Seite haben wir Scarlet, die in Frankreich wohnt, Pilotin ist, Bio-Tomaten anbaut, und ihre Großmutter sucht. Abgesehen von der Präsenz der Farbe rot in ihrem Leben, trifft sie auch auf einen sehr interessanten, sehr animalischen Fremden. Man sieht also wohin das Ganze führt. 
Interessant ist auch der Wechsel der Hauptfigur, denn dieser Teil konzentriert sich viel mehr auf Scarlet als auf Cinder.

ALLGEMEINES
Mit Scarlet als neue/temporäre Hauptperson, rückt Cinder in den Hintergrund. Dennoch bekommen wir auch ihre Sicht, und sogar hin und wieder etwas über Kai mit.
Mittlerweile ist ja außerdem klar, dass Levana ein funktionierendes Gegenmittel für Letumsis hat, und wie kann sie auch anders, dieses als Druckmittel benutzt. 
Außerdem kommt Wolf vor, mit seinem...Rudel... ja es is schon sehr auffällig, aber es sind zumindest keine Werwölfe geworden. Dazu kommt, dass gerade Wölfe ja oft die "Bösen" sind, und so wie sie hier vorkommen, macht das für ne Märchen-Neuerzählung durchaus Sinn.
Im übrigen ist es auch durchaus interessant zu sehen, wie Kai alleine durch politische Probleme daran gehindert wird zu agieren wie, wann und in welchem Ausmaß er will.

SCHREIBSTIL
Meiner Meinung nach besser als der letzte Band. Kann gerne so bleiben und Dankeschön.

CHARAKTERE
Neu sind Scarlet, Thorne und Wolf
Bringen wir's hinter uns: Ich mag Thorne nicht. Mir ist klar, dass ich da wohl ziemlich allein auf weiter Flur stehe, aber ich fand ihn anstrengend, nervig und unerträglich.
Scarlet hingegen ist eine starke Frau! Sie hat jedoch ein kleines Agressionsproblem... (man wirft nicht mit Essen!). Es wird besser, und ihr Temperament hat natürlich was für sich, aber sie stellt schon einen gewissen Gegensatz (an sich gut) zu Cinder dar, und...naja ich mochte letztere einfach mehr als Erzählerin.
Wolf ist...interessant...noch weiß man nicht allzu viel von ihm, und er wirkt etwas wie das große, starke Dummchen. Außerdem kann man natürlich viel von seiner Geschichte auch erahnen... aber naja. Er hat dennoch Potential und er scheint nicht wirklich der böse Wolf zu sein, den man erwartet...

MEINUNG
Ich bevorzuge irgendwie Band 1. Das liegt an der Erzählerin genauso wie an der Geschichte. Diese war langsamer, und das nimmt natürlich ein bisschen was vom Drang weg unbedingt jetzt zu lesen. Aber es ist bei aller Kritik ein sehr gutes Buch, hat mich ordentlich unterhalten, und gibt einen soliden zweiten Teil ab. Außerdem ist das mit dem Hauptcharakter ja auch Präferenzsache...
Warum sie jetzt den Titel aber geändert haben weiß ich nicht. Ich mein Blut ja gut aber hätte man schon besser lösen können... 

Gesamteindruck:
Alles in allem nimmt Scarlet mit der Titelgebenden Hauptfigur eine andere und neue Perspektive ein, und wer den ersten Teil mochte und feurige Persönlichkeiten mag, wird auch nicht enttäuscht. Ein wenig langsamer und in mehrer Stränge aufgeteilt geht es hier zwar weiter, aber die Geschichte hat es immer noch in sich und verlangt es gelesen zu werden

7,5/10 Punkte

Sonntag, 3. Januar 2021

Cinder

Cinder (dt. Wie Monde so silbern) von Marissa Meyer
erschienen am 03.01.2012 (dt. 20.12.2013) Feiwel and Friends
390 Seiten(dt. 384) Seiten

Klappentext: 
Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht Kai ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh … 

Aussehen: 
Ich habe es auf Englisch gelesen und finde dieses Cover auch schöner, weil es ein mit dem Cyborgfuß im Schuh schon eine Parallele zwischen Cyborg und Cinderella zieht. Dennoch hat das deutsche Cover durchaus Flair und sieht mehr nach Märchenbuch aus. Auch hier lässt sich aber das Thema (Schuh bzw. Cinderella klar erkennen).

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Sci-Fi, Mond, Zukunft, Pandemie

Rezension:
SETTING
Irgendwann in ferner Zukunft, 126 Jahre nach dem vierten Weltkrieg (fragt gar nicht erst nach dem dritten): Man hat sich nun endlich auf Weltfrieden geeinigt, nur um dann eine Art kalten Krieg mit dem Mond (Königreich: Luna) zu führen. Die (eindeutig) böse Königin Levana hat hier auch ein wenig die Hand am längeren Hebel, weil auf der Erde eine Pandemie (Oh Schock), Letumosis, das blaue Fieber herrscht. Die ist übrigens tödlich. 
Außerdem können Mondbewohner sowas wie Gedankenkontrolle/Telekinese, man ist ihnen also relativ ausgeliefert, und dass Levana noch nicht alles kontrolliert liegt eigentlich nur daran dass sie ein wenig den Schein wahren will, und den Erdenprinz heiraten möchte. Außerdem Jagd sie jeden der sich ihrer Kraft (also dieser Kontrolle, weil sie is natürlich die stärkste) entziehen kann.

ALLGEMEINES
Sci-Fi ist jetzt nicht unbedingt DAS Genre für mich, aber ich hatte gelesen, dass die Serie von Sailor Moon inspiriert wurde, und musste einfach wissen wie es sich liest. Und natürlich kauft man (ich) da am besten die ganze Box.
Interessant sind die Themen. Nicht nur die totale Kontrolle, die Mondbewohner auf einen ausüben können, sondern auch die soziale Stellung von Cyborgs (sie sind Eigentum) sprechen nicht nur soziales Ungleichgewicht und freien Willen, sondern auch ganz klar Sklaverei an.
Das ganze spielt dann auch noch in New Beijing, und hatte einen etwas chinesischen Touch (keine Ahnung wie gut das umgesetzt wurde, aber ich weiß aus dem japanischen, dass es Höflichkeits-suffixe gibt, und es hat sich zumindest gut gelesen).

SCHREIBSTIL
Gelesen hat es sich gut, schnell und flüssig. Aber hier muss ich sagen, dass ich es auf englisch gelesen habe, also kann das in der deutschen Übersetzung durchaus anders sein. Ein paar kleine Fehler hab ich trotzdem gefunden ;)

CHARAKTERE
Cinder, beste Mechanikerin der Stadt, außerdem Cyborg und damit Leibeigene ihrer Stiefmutter. Sie ist ziemlich cool, stur und hat den großen Vorteil einen Mini PC im Kopf verbaut zu haben. Aber (noch) weiß sie nicht woher sie kommt oder warum sie ein Cyborg ist. 
Natürlich folgen alle Charaktere einem gewissen Schema. Stiefmutter böse, Prinz gut. Ich fand es aber sehr erfrischend, dass sich Cinder und eine ihrer Stiefschwestern echt gut verstehen. Außerdem gibt es den Androiden Iko und sie ist wirklich lustig.
Zum Prinzen Kai. Klar ist er nett und freundlich, und Prinz halt. Aber er hat tatsächlich Charakter und einen eigenen Willen. Er scheint sehr offen zu sein, und gar nicht so auf eine Klassengesellschaft aus, aber er hat auch noch nicht viel zu sagen, da er gerade erst König geworden ist, und außerdem muss er sich ja auch gegen Levana wehren. 

MEINUNG
Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Außerhalb der Komfortzone zu lesen ist immer ein Risiko, aber hier habe ich wirklich ins Schwarze getroffen. Immerhin interessieren mich China, Sci-Fi und Cyborgs nicht wirklich, und nur auf Basis von Sailor Moon und Cinderella eine vierteilige Serie zu kaufen war schon ein Risiko.
Natürlich gibt es ein kleines Manko, denn wenn man Cinderella und/oder Sailor Moon kennt, kann man sich die Grundzüge der Geschichte (vor allem aber den großen Plot-Twist am Ende) durchaus denken. 
Mit dem deutschen Titel bin ich übrigens unglücklich....

Gesamteindruck:
Das Buch vereint sehr viele Elemente aus sehr vielen verschiedenen Richtungen und obwohl das wirklich nach hinten losgehen kann, wird alles sehr schön und stimmig verpackt. Selbst wenn man einen Teil der Inspiration der Autorin nicht mag, kann man sich aus dieser unkonventionellen Neuerzählung eines Märchens viel mitnehmen und viel Spaß damit haben. 
(Außerdem: Frauen in der Technik FTW)

9,5/10 Punkte

Samstag, 2. Januar 2021

Caraval



Caraval von Stephanie Garber
erschienen am 31.01/07.03.2017 bei Flatiron Books /Piper
407/400 Seiten

Klappentext: 
Scarlett sehnte sich schon immer danach, das Festival Caraval zu besuchen. Es verspricht die magische Erfüllung von Wünschen, Abenteuern und Freiheit. Doch Scarletts Vater verbietet seinen Töchtern, die Heimat zu verlassen. Caraval erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zum Festival ermöglichen. Scarlett fühlt sich am Ziel ihrer Träume. Aber als sie Caraval betritt, beginnt sie zu zweifeln. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgibt diese Welt. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...

Aussehen: 
Das Cover hat etwas magisches, und macht schon neugierig auf den Inhalt. Auch an das Thema Zirkus lässt es einen bereits denken.
 Die Deutsche Version hat das gleiche Bild, wie auch die US-Amerikanische (die britische Angabe beinhaltet mehr gold, und hat zudem eines von mehreren geheimen Bildern unter dem Schutzumschlag)

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Zirkus, Schwester, Magie

Rezension:
INHALT
Scarlett wollte immer schon Caraval sehen, eine Art Zirkus/Performance-Show, in der die Realität sich mit der Fantasie zu vermischen scheint. Als sie endlich Tickets dafür erhält, scheint es zunächst, als könne sie nun doch nicht gehen, denn bald schon steht ihre Hochzeit an, von der sie sich ein besseres Leben für sich und ihre Schwester verspricht. Für ihre Schwester Donatella kommt das allerdings gar nicht in Frage. Ohne ihr Einverständnis schafft sie Scarlett auf ein Boot, weg von ihrem gewalttätigen Vater.

ALLGEMEINES
Ein gewalttätiger Vater, eine starke Schwesternbindung und eine Liebesgeschichte- diese Buch hat das alles. Und dann gibt es natürlich auch noch Caraval mit seinen Performances und Wundern zu sehen.
Gerade die sehr prominente Beziehung der beiden Schwestern hebt dieses Buch von vielen anderen aus dem Genre ab. Als große Schwester fand ich, dass es auch einiges an Identifikationspotential hatte.
Erwähnt sollten auch die Briefe und Hinweise werden, die Teil der Geschichte, und von Caraval selbst, sind. Zumindest in der englischen Ausgabe, die ich gelesen habe, waren diese schon rein optisch durch eine andere Schriftart hervorgehoben.

SCHREIBSTIL
Alles in allem mochte ich den, auch wenn manche Sachen ein wenig eigenartig beschrieben waren. So sieht Scarlett zB ihre Gefühle als Farben (eigentlich ziemlich cool). Trotzdem waren die Vergleiche manches mal für mich ein wenig zu viel... zu kreativ?

CHARAKTERE
Scarlett, der Hauptcharakter beginnt als schüchternes, zurückhaltendes Mädchen, das eigentlich keine Risiken eingehen will, und ein bisschen zu sehr Mami für ihre kleine Schwester Tella spielt. Diese auf der andere Seite ist das komplette Gegenteil: wild und unbändig und immer auf der Suche nach Abenteuern. Zuerst war das etwas nervig, denn wer will schon ein Buch über einen Hauptcharakter lesen, der sich nichts traut und nichts tun will, aber natürlich muss Tella gerettet werden, und Scarlett an sich selbst wachsen.
Obwohl Tella in der Geschichte selbst kaum vorkommt, wirkt sie, neben dem Anfang, da macht sie sich gut, sehr egozentrisch und nervig. Sie benimmt sich wie ein Prinzesschen und nimmt keine Rücksicht, allerdings vermute ich etwas mehr hinter diesem Verhalten. Ja, man fragt sich, ob sie es jetzt wert war, so ein Aufsehen um sie zu machen, und auch wenn das Buch viel daraus zieht, wie die beiden Schwestern zueinander stehen, und ich meine eigene Schwester jederzeit retten würde, fand ich es doch einen Tick zu viel.
Dann gibt es noch Julian. Der Matrose (oder nicht?), dem man nicht so ganz trauen kann. Er scheint mehr zu wissen, als es scheint, und man kann sich nie sicher sein ob, oder warum er Scarlet nun hilft...

MEINUNG
Das Buch war an sich gut. Das Ende war schnell, gut und glaubwürdig. Caraval und Master Legend (versucht mal herauszufinden ob Master hier ein Name oder ein Titel is...) spielen mit den Teilnehmern, wie das Buch mit seinen Lesern. Alles was passierte war irgendwie eine Überraschung, dennoch hatte man die ganze Zeit das Gefühl, man hätte es ja vielleicht doch herausfinden und kommen sehen sollen/können/müssen. Aber beim nächsten Rätsel bestimm! 
Gestört haben mich vor allem die Charaktere der beiden Schwestern, und da auch vor allem am Anfang. Aber das Buch (mittlerweile eine Trilogie) lässt auf mehr hoffen, und die anderen beiden warten nur darauf, dass ich sie lese.

Übrigens gab es bei der UK Version ein geheimes Cover, das ich sehr gerne gehabt hätte (es gab mehrere verschiedene und war Zufall. Das wurde auch bei den Folgebänden beibehalten und ich hab immerhin den dritten in der Auflage) Trotzdem wäre das international cool gewesen. 

Gesamteindruck:
Starke Geschichte über Schwestern mit einigem Hin- und Her. Rätsel und Tricks, Magie (oder doch nicht?) und viele Fragen, die sich nicht wie Fragen anfühlen. Mit kleineren Fehlern und manchen nervigen Angewohnheiten bekommt das Buch solide...

7,5/10 Punkte.

Hexenlied



Hexenlied von Antonia Michaelis 
erschienen am 22.07.2019 im Oetinger Verlag
400 Seiten

Klappentext: 
Schlagworte Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität

Aussehen: 
Das Cover so in schwarz und mit diesem Mädchen drauf, von dem wir nicht wissen, ob sie nun eine Hexe ist, oder nicht, hat durchaus etwas magisches. Gerade die Blumen und dieser Dornenkranz um ihren Kopf lassen sie aber auch naturverbunden und unschuldig aussehen

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
magischer Realismus, Außenseiter, Verwirrung 

Rezension:
SETTING
In der Schule soll ein Theaterstück aufgeführt werden und wie das halt so ist, beginnen alle bei den Proben ein wenig zu halluzinieren und wissen bald nicht mehr, was wirklich ist und was nur das Stück. Oder zumindest so ähnlich. Die Grenzen verschwimmen tatsächlich etwas, aber man weiß gar nicht genau warum, und je seltsamer es wird, umso mehr muss doch das komische Mädchen Schuld sein. Einzig Tim, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat (Hyperakusis und das bedeutet er hört zu viel) scheint da nicht ganz so überzeugt zu sein.

ALLGEMEINES
Es ist schon teilweise nicht lustig oder unterhaltend dieses Buch, denn es werden viele ernste Themen angesprochen. Von Tod über Mobbing (bis hin zu angedeuteten Essstörungen) ist alles dabei. Und während hier natürlich wichtige Themen verhandelt werden, fällt trotzdem negativ auf, dass nicht ganz alle aufgelöst werden. Ich will gar nicht sagen, dass das zu keinem guten Ausgang führen kann, aber das Buch ist so realistisch im Bezug auf die immer paranoider und abwegiger denkenden Charaktere, wie es unrealistisch mit deren Umgang mit dem Stück, oder deren Verhalten zwischendurch ist. 
Es ist auf jeden Fall ein Werk, über das man nachdenken sollte, sicher eines von dem man vieles lernen kann, aber ich weiß nicht, ob es auch wirklich unterhaltsam ist...
Interessant ist übrigens auch der Hintergrund der gewählt wurde, denn das Stück, welches unsere Gruppe lernt und aufführen will spielt in einem spanischen? mexikanischen? Dorf und auch die dortigen Ureinwohner werden miteinbezogen, was durchaus interessant ist.

SCHREIBSTIL
Der war an sich recht angenehm. Die Autorin weiß was sie da tut, und auch die spanischen Passagen (ein Lied) haben (bei meinen etwas eingerosteten Spanischkenntnissen) durchaus Sinn ergeben.

CHARAKTERE
Von allem Charakteren stechen nur Tim und Lilith wirklich heraus. Sie ist eine Einzelgängerin, die auch kein Problem damit hat, alleine zu sein, und/oder sich mit sich selbst zu beschäftigen. Sie ist außerdem ein guter Mensch, und nett und ohne Groll (vor allem wenn man bedenkt was ihr alles passiert). Ein wenig nervig ist das schon, weil man manches Mal auch will, dass sie die Leute in die Schranken weist, und weil sie sehr oft auch in Rätseln spricht. Aber sie ist gut für Tim und einigermaßen angenehm zu lesen.
Tim auf der anderen Seite erscheint mir von der Freundesgruppe bei weitem der vernünftigste, normalste und anständigste zu sein. Es wird recht schnell klar, dass er traumatisierte ist und seit einem Vorfall an Hyperakusis leidet, und das geht einem beim Lesen schon mal durchaus auf die Nerven. Seine Freunde wissen davon aber nichts, und es ist recht offensichtlich, dass er sich vor ihnen verstellt und dazugehören will. Dennoch mausert er sich im Verlauf der Handlung und lernt immer mehr auch für das einzustehen was ER will.
Die anderen Charaktere haben durchaus auch ihre Probleme und tragischen Geschichten, aber sie verblassen auch ein wenig, weil eigentlich jeder in dem Buch das ein oder andere Problem mit sich herumschleppt (von Alkoholismus bis Einsamkeit). Auch ist es zeitweise (für mich) schwer sie auseinanderzuhalten...und der Lehrer, der noch erwähnt werden sollte mag zwar ganz nett sein, ist aber absolut unfähig wenn es um seinen Job geht.

MEINUNG
Meh. Meeeeh. Es war okay...besser wird es nicht. Der Anfang ist etwas zäh, und während die Geschichte im letzten Drittel durchaus Fahrt aufnimmt, rettet das auch nur wenig. Dazu kommt, dass das Ende einfach unglaubwürdig wirkt. Insgesamt haben mich also weder die Geschichte, noch die Charaktere überzeugt, und ne nette Idee alleine (selbst wenn wichtige Themen angesprochen werden) ist einfach zu wenig... dazu bin ich der Meinung, dass Handlungen Konsequenzen haben müssen, und wenn man schon so viele Probleme, und dermaßen viel Fehlverhalten einbaut, sollte das am Ende irgendwie auch aufgelöst oder geahndet werden. Ich mein klar, in unserer Welt läuft nicht alles rund, aber aus einem Buch möchte man doch lieber optimistisch als deprimiert hervorgehen...

Gesamteindruck:
Ich bleibe bei Meh. Gute Themen, akzeptabel Geschichte, schlechte Auflösung und fragwürdige Charaktere. Das Buch war maximal eine Warnung, die einen deprimiert zurücklässt, und obwohl es sicher schlimmer geht, sind hier einfach nicht mehr als 
5,5/10 Punkten drinnen.

Donnerstag, 7. September 2017

Nach dem Sommer

Bildergebnis

Nach dem Sommer (eng. Shiver) von Maggie Stiefvater
erschienen am 06.09.2010 (eng. 01.08.2009)
423 Seiten (eng. 390 Seiten)

Klappentext: 
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf. Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Aussehen: 
Die deutsche Ausgabe ist in einem warmen Pastell-Orange gehalten. Einige Ranken vervollständigen den romantischen Hintergrund vor dem Sams und Graces Umrisse zu sehen sind.
Persönlich mag ich das englische Cover (in einem kalten Blau gehalten) lieber, da dieses mir zu warm erscheint, für das was im Buch erzählt wird- schön gestaltet ist es aber alle Mal.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Romantik, Verzweiflung, Winter, Wölfe

Rezension:
SETTING:
Jeden Winter wartet Grace auf ihre Wolfe, und bald (was das Buch betrifft, denn eigentlich dauert es sechs Jahre bis sie dahinter kommt) erkennt sie, dass die Wölfe eigentlich Menschen sind. Wenn es zu kalt wird legen diese allerdings ihre menschliche Form ab, und werden für die kalten Monate zu Tieren. Keiner weiß warum das so ist, oder was man dagegen tun kann, dennoch verliebt sich Grace in "ihren" Wolf, in Sam, ohne jedoch zu wissen, dass dies sein letzter Sommer als Mensch sein wird.

ALLGEMEINES
Wer hier aufmerksam mitliest, hat sicher schon mitbekommen, dass ich von Stiefvater bisher nicht sonderlich begeistert war. Daher habe ich dieses Buch auch ewig vor mir hergeschoben, wobei man eher sagen sollte, ich hatte nie vor es zu lesen. Tragisch, dass ich es getan habe, weil gerade nichts anderes da war..wobei wie mans nimmt, denn ich kann immer noch nicht glauben, dass dies hier von der gleichen Autorin geschrieben wurde, wie "Wen der Rabe ruft". Es ist einfach zu anders.
Das Buch selbst wird abwechseln aus der Sicht vom Sam und Grace erzählt, wobei jedem Kapitel der Name des Erzählers und die aktuelle Temperaturangabe vorangestellt wird. Manches Mal war ich verwirrt, weil ich einfach davon ausgegangen bin, dass etwas zu Grace oder Sam gehört und nicht immer den Namen dazu gelesen habe, aber alles in allem gefällt mir diese Aufteilung sehr gut.
Auch toll fand ich die Neuinterpretation von Werwölfen. Hier ist es ausnahmsweise einmal nicht der Mond, sondern die Kälte, die eine Verwandlung auslöst (wobei das mit dem Mond kurz angesprochen wird). Das führt auch dazu, dass es sich nicht wie ein Buch über Werwölfe liest, auf das ich nämlich noch weniger Lust gehabt hätte, als auf die Autorin.

SCHREIBSTIL
War mir der bisher noch ein Dorn im Auge, muss ich sagen, dass ich hier positiv überrascht worden bin. Es ist schnell, einfach und flüssig zu lesen, man hat sofort einen Film im Kopf und stört sich eigentlich an nichts. Die Mitte war mir ein wenig zu langsam, und zu kitschig, da ich darauf gewartet habe, dass etwas passiert, aber das soll auch meine einzige sprachliche Kritik bleiben.

CHARAKTERE
Ich möchte mit Grace anfangen, die eine sehr gute Erzählerin ist. Manches Mal ist sie ein wenig teilnahmslos, oder akzeptiert zu viel (Stichwort: Eltern, denen sie egal zu sein scheint), aber das macht sie auch sehr verantwortungsbewusst. Alles in allem schient sie die Person zu sein, die Sam braucht, und abgesehen davon, dass sie sich eigentlich nie aufregt, fand ich sie super.
Sam bekommt von mir die Schulnote 3. Er ist nicht mein Idealer männlicher Hauptcharakter- dafür ist er zu weich, zu poetisch, zu ängstlich, und schreibt zu viele Lieder in seinem Kopf. Ich hab jetzt zwar auch nichts gegen ihn aber wirklich warm (Achtung schlechtes Wortspiel) werde ich auch nicht mit ihm. Anmerkung: ich mag ihn als Wolf mehr.
Isabel hat mich überrascht, daher eine Erwähnung hier. Zuerst war ich der Meinung sie wäre eine ziemliche Zicke....gut, sie ist eine ziemliche Zicke, aber sie scheint nett zu sein, wenn man sie kennt, und im Gegensatz zu Graces anderen Freunden, war sie da als sie gebraucht wurde. Stichwort Freunde: Olive und Rachel waren irgendwie unnötige Charaktere, zum einen weil sie nur dann auftauchen, wenn es gerade passt, und Grace (ganz die Tochter ihrer Eltern hier) sonst ein wenig auf sie vergisst, aber auch weil das ganze mehr Zweckbeziehung als Freundschaft ist.
Jack dagegen hasse ich. Seine Geschichte zieht sich irgendwie durch das ganze Buch, und ich habe nichts an ihm gefunden was ch auch nur annähernd hätte mögen können. Gut, das stimmt nicht, ich mag es wie seine Geschichte per se erzählt wird, und auch die Dinge die passieren fand ich passend.

MEINUNG
Nachdem ich nicht erwartet hätte, je wieder etwas von dieser Autorin zu lesen, bin ich beeindruckt und überrascht. Das Buch war gut, und das obwohl es gleich mehrfach nicht in mein Beuteschema passt. Vor allem hat es Spaß gemacht und war spannend, und ich habe wirklich Lust weiterzulesen. Ich hoffe dann auf ein schnelleres Tempo beim erzählen, und, ja, mehr Isabel.

Gesamteindruck:
Nach dem Sommer ist insgesamt ein gutes Buch. Ein wenig kitschig, ein wenig langsam in der Mitte, aber gut geschrieben und doch irgendwie spannend erzählt. Die neue Sicht auf Werwölfe bringt auch einen gewissen Charme mit sich, weswegen es eine klare Leseempfehlung für Band 1 gibt.

macht 8/10 Punkten

Donnerstag, 6. Juli 2017

La Belle et la Bête



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Die Schöne und das Biest (La Belle et la Bête) von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve
erschienen um 1740 in Frankreich (oder diese Ausgabe: Coppenrath 02.03.2017)
216 Seiten


Klappentext: 
Es ist eines der romantischsten Märchen aller Zeiten: Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 1740 sind Generationen gefesselt von der zeitlosen Geschichte der Schönen, die sich in ein grimmiges Biest verliebt …
Die Designkünstler MinaLima laden den Leser mit kunstvollen Illustrationen und aufwendigen interaktiven Extras ein, die Geheimnisse im verwunschenen Schloss des Biests neu zu entdecken – mit Pop-up-Tor, Schieber, verspiegelten Klapp-Fenstern und vielem mehr.

Aussehen: 
Ein Traum!

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Disney, WTF??

Rezension:
*lustiges langes Mini-Review*

DAS BUCH
Man sollte ja ein Buch niemals nach seinem Cover (der Grund warum ich es gekauft habe), seinem Film (hier gibt es gleich 2 Disney Adaptionen die einem das schmackhaft machen) oder dem was man darüber gehört hat (vielleicht auch nicht unwichtig hier) beurteilen. Ich bin aber auch ein Musterbeispiel wie man es (nicht) macht.
Beim Lesen habe ich mich dann von oben genannten nicht beeinflussen lassen (hoffe ich) aber es fallen einem dennoch die (zahlreichen) Unterschiede auf.

Nimmt man also dann tatsächlich außen vor, dass ich auf sprechendes Geschirr gewartet und Gaston herbeigesehnt habe (wo bist du, verdammt??), bleibt folgendes übrig: ein sehr sehr eigenartiges Buch.

DIE GESCHICHTE (Achtung Spoiler)
Die Schöne, ein Musterbeispiel an Tugendhaftigkeit, Charakterlosigkeit und Schönheit, lebt mit ihren 5 Schwester, die sie dafür hassen, und 6 Brüdern bei ihrem Vater. Nachdem dieser alles verloren hat, und in den Wald zieht, erlangt er Kunde davon, dass eines seiner Schiffe wieder aufgetaucht sei. Lange Geschichte kurz: alles wurde von anderen verkauft, auf dem Rückweg landet er beim Biest, diesem stielt er eine Rose für seine Tochter. Der Preis: sie muss zum Biest (freiwillig).
Na gut, bis dahin kennen wir das ja schon; sie geht dort hin, lebt mit dem Biest, JEDOCH träumt sie jeden Abend von einem bezaubernden Jüngling, in den sie sich sogleich verliebt, der sie aber ermahnt nicht nach dem Äußeren zu gehen. Über Umwege, und ohne Gesang oder Aufstände, schafft sie es das Biest zu befreien, es ist- oh Wunder- ihr Traummann (see what I did there?). Jetzt (wir befinden uns kurz nach der Hälfte des Buches) kommt seine Mutter, ist gegen die Hochzeit mit einer Kaufmannstochter, denn er ist schließlich ein Prinz! Nun, kommt eine gute Fee, von der die Schöne auch schon geträumt hat, und versucht die Königin umzustimmen. Wir erfahren, dass eine andere Fee, den Prinzen verzaubert hat, weil dieser (und seine Mutter) nicht wollten, dass diese Fee ihn heiratet. Schließlich gibt die Königin endlich ihren Segen, und -oh Wunder- die Schöne ist die Tochter der Schwester der guten Fee, welche durch eine Intrige selbiger böser Fee im Reich der Feen gefangen genommen wurde. Nun kommt noch ihr leiblicher Vater, die Mutter schafft es auch aus der Verbannung heraus und alle sind glücklich. Ergibt Sinn, nicht wahr??

Tut es nicht. Selbst wenn wir mal außer Acht lassen, dass die Geschichte gut 250 Jahre alt ist, dass in Märchen immer alles gut wird (was auch nicht zu 100% stimmt), und dass am Ende alles immer passt, ist die Story einfach nur eigenartig.

....DAS BEDEUTET..?
Ja, das Buch war am Anfang ganz nett, aber die Geschichte kann nichts. Ich mag Märchen, und ich weiß sehr wohl um deren Eigenheiten bescheid (besser als ihr denkt: ich studiere Germanistik), und kann diese aus meiner Wertung heraushalten. Aber das hier, das war IM VERGLEICH ZU ANDEREN MÄRCHEN EIGENARTIG.

Gesamteindruck:
Sind wir fair: das Buch bekommt 10/10 für die Aufmachung und 3/10 für die Story
5/10 Punkte

Freitag, 9. Juni 2017

Tote Mädchen lügen nicht



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Tote Mädchen lügen nicht (13 reasons why) von Jay Asher
erschienen im cbt Verlag am
287 Seiten

Klappentext: 
Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...

Aussehen: 
Das Buch ist in einem knalligen Rot gehalten, zwischen dem Titel sind in giftgrün 13 Strichlein- eine Liste
Zwar ist dieses Cover definitiv ein Blickfang, aber mit dem grün erinnert es doch eher an ein Zombie-Apokalypse Buch, als eine Teenager-Tragödie.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Selbstmord, Rache, Netflix

Rezension
Also wir kennen alle die Serie auf Netflix, ja? Tatsächlich habe ich sie nur angesehen, weil ich mich  verklickt habe, nicht weil mich das Thema, nichtsdestotrotz ein wichtiges, speziell interessiert.

INHALT
Als Clay von der Schule nach Hause kommt, erwartet ihn eine Lieferung. Darin befinden sich 7 Kassetten, auf denen Hannah erklärt, warum sie sich umgebracht hat, und wem sie die Schuld dafür gibt. Clay kann sich allerdings keinen Reim darauf machen, warum er auf diesen Kassetten sein soll, immerhin hat er doch gar nichts falsch gemacht- oder?

ALLGEMEINES
Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass wir die Geschichte aus Clays Sicht erzählt bekommen. Dazwischen jedoch (wir reden hier von: alle paar Zeilen) hören wir mit ihm Hannah Stimme (in kursiv).

Das Buch ist des weiteren nicht in Kapitel, sondern in Kassetten und deren A und B Seiten geteilt. Zusätzlich gibt es noch ein extra Kapitel am Anfang, das am Tag danach spielt und einen Epilog.
Das Buch beschäftigt sich schließlich mit dem Thema Selbstmord. Es tut dies auf eine sehr eigene Art und Weise, und versucht dem Leser klar zu machen, dass bei Hannah alle Zeichen da waren, diese aber nicht erkannt wurden.

SCHREIBSTIL
Es war einfach zu verstehen und schnell zu lesen; es gibt nur eine Sache, die nicht passt. Im ersten Kapitel befinden wir uns am Tag NACH den Geschehnissen, dennoch wird das gesamte Buch im Präsens erzählt. Vielleicht bin ich kleinlich, aber das hat mich durchwegs irritiert.

CHARAKTERE
Ich werde mich hier mal auf die (für mich) wichtigsten beschränken, denn auf Hannahs Liste steht so mancher. Versuchen wir das mal Spoilerfrei zu schaffen xD
Es gibt Alex und Jessica, die ich persönlich okay fand. Ihren Teil spielt Hannah meiner Meinung nach schon sehr in die Höhe- ja, sie haben sich nicht perfekt verhalten, aber wer tut das schon? Vor allem in dem Alter. Für mich waren diese beiden einfach normale Teenager. Punkt.
Auf der anderen Seite gab es Jenny, die sehr wohl einen fatalen Fehler gemacht hat, allerdings war das nichts persönliches, und wir erfahren nie, ob sie diesen wieder gut gemacht hätte, oder nicht, denn hier endet das Buch. Cortney war eine blöde Kuh, das muss man schon sagen, und (anders als in der Serie) habe ich nicht verstanden, warum sie gemein war zu Hannah.
Justin war am Anfang für mich eigentlich auch in Ordnung, aber später stellt sich heraus, dass er keinen Charakter hat. Was übrigens ein Problem des Buches an sich ist: wir erfahren nur warum Hannah denkt, dass alle böse sind, wer nicht was falsch gemacht hat, aber ein Mensch ist mehr als seine blöden Entscheidungen in der Schulzeit, und ich finde, es fehlt hier eindeutig Perspektive. Exkurs Ende- es hat mich schon gestört, dass Hannah Justin einen so großen Teil an der Schuld für ihren Tod gibt, obwohl er IHR nichts getan hat.
*kleiner Spoiler*
Clay tat mir leid. Er ist ein netter, fast schon zu guter Junge, der nichts falsch gemacht hat. Hätte sie ihm etwas erklären wollen, hätte sie das auch in einem Brief schreiben können, oder ihm anders sagen können.
*Ende*
Schließlich gibt es Hannah. Und seid mir jetzt bitte nicht böse, aber ich mag sie nicht. Sie ist ein Dramalama, sie ist schwach. Natürlich, ja, man kann nie sagen, was einen Menschen im Endeffekt wie beeinflusst, aber es las sich wirklich, als hätte sie jede Aktion von jeder Person auf die Waagschale gelegt. Wenn ich ein Buch zu diesem Thema schreibe, dann schreibe ich doch einen Grund, der auch schlimm ist da rein, oder? Ich will Hannah nämlich nicht nicht ernst nehmen, aber das tue ich teilweise nicht, weil ich mir wirkich denke: ja, das passiert so vielen- und?

MEINUNG
Interessant zu sehen ist, wie sich die Meinung nach der Serie, nach der Lektüre und nach einiger Zeit doch ändert.
Auf Goodreads hat dieses Buch bei mir 4/5 Sterne, aber mittlerweile würde es nur mehr 3 bekommen. Ich kann nicht beurteilen, ob mit dem Thema gut umgegangen wurde oder nicht, denn ich habe dazu keinen echten Bezug. Ich fand den Ansatz innovativ, ja, aber es ist auch eine Racheaktion. Ich fand es aber auch wichtig, zu sehen, dass viele Kleinigkeiten eine Person ruinieren können, denn jeder von uns ist anders.



Gesamteindruck:
Kontroversen. Kontroversen. Ich mochte das Buch nach dem Lesen, und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich kann mir eine Klasse vorstellen die damit arbeitet, aber ich würde es nicht noch einmal zum Spaß lesen.

6,5/10 Punkte