Montag, 25. Januar 2021

Wolkenschloss



Wolkenschloss von Kerstin Gier
erschienen am 09.10.2017 im FJB Verlag
460 Seiten

Klappentext: 
Ein magischer Ort in den Wolken. Eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist. Und das Abenteuer ihres Lebens. Der neue Roman von Bestsellerautorin Kerstin Gier.
Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz.

Aussehen: 
Passend zum Titel ist das Cover wie ein Hotel gestaltet. In sanftem Lavendel gehalten, kann man sogar die einzelnen Charaktere aus der Geschichte suchen und finden!

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Abgelegenes Hotel, Weihnachten, Stimmungsvoll, Magie?

Rezension:
SETTING
Fanny Funke arbeitet als Jahrespraktikantin im Hotel Wolkenschloss in der Schweiz. Dabei kommt sie in fast jedem Bereich mal zum Einsatz. Aktuell ist sie schon ein wenig dort und macht gerade die Kinderbetreuung. Klingt erst mal nicht so spannend und tatsächlich geht die Geschichte eher gemütlich los. Man begleitet Fanny in ihrem Alltag und lernt das Hotel kennen- wäre da nicht der Prolog. In dem werden uns nämlich gleich mal Blut, Angst und ein Kuss versprochen. 

ALLGEMEINES
Das Buch wird von Fanny in der Ich-Perspektive erzählt. Im Gegensatz zu anderen Büchern der Autorin, die eindeutig magische Elemente in sich tragen ist dieses hier eigentlich (lassen wir mal die Frage ob die knarzende Leitung weiß wann sie knarzen muss außen vor) sehr realistisch gehalten. Auch wenn mir immer wieder der Verdacht kam, dass da mehr im Spiel sein könnte. 
Auch erwähnenswert ist vielleicht, dass in dem Buch viel Englisch gesprochen wird. Das ist, bis auf einzelne Wörter und die Anmerkungen Fannys, eigentlich nicht ganz herauszulesen, beziehungsweise vergisst man es einfach schnell. Während ich weiß, dass das sicher von Autoren- und Verlagsseite ein schwieriges Arrangement sein kann- immerhin wollen wir ja kein zur Hälfte Englisches Buch lesen, habe ich mich trotzdem gefragt, ob Schulabbrecherin Fanny Funke aus Achim bei Bremen mit 17 Jahren und nachdem sie sitzen geblieben war, wirklich so versiert in dieser Sprache sprechen kann, wie es mir Glauben gemacht wurde, ja selbst wenn sie viele Serien im Original liest. 
Schließlich muss ich noch das Namensregister am Ende (da es nicht spoilert wäre es evtl. zu Beginn ganz gut aufgehoben) und das Glossar erwähnen. Letzteres war sehr informativ aber eindeutig mit einem Lächeln geschrieben und hat genauso viel Spaß gemacht zu lesen, wie die eigentliche Geschchte. 

SCHREIBSTIL
Ich weiß ja langsam bei Autoren, die ich immer wieder lese nicht mehr was ich schreiben soll. Ich halte Gier für einfach zu lesen und angenehm. Witzig fand ich allenfalls, dass Fanny Ausdrücke wie „frappierend“ ganz selbstverständlich benutzt, allerdings die Vandalen und die Hottentotten nicht kennt. Oder liegt das an mir?

CHARAKTERE
Fanny (wofür steht das eigentlich?) war nett und witzig und hatte für meinen Geschmack eine gute Balance aus Selbstvertrauen und Zweifel (die man mit 17 nun mal einfach hat). Sie ist manches mal ein wenig leichtgläubig, aber sie hat ein gutes Herz und es hat Spaß gemacht sie zu lesen. 
Dann gibt es die zwei gut aussehenden Jungs- Ben (Sohn des Hoteldirektors) und Tristan (ein Gast). Interessant war hier vor allem, dass ich ein wenig vergeblich auf eine richtige Dreiecksgeschichte gewartet habe (was gut ist). Trotzdem bin ich nicht so wirklich der Fan von Ben, der zwar total nett sein kann, aber Fanny auch nicht immer unterstützt. Tristan hingegen plant und schmiedet zwar mit ihr, aber er war mir einfach durchaus suspekt. Man kann ihn nicht durchschauen und ich wusste nie wirklich woran ich war bei ihm. 
Besonders viel Liebe steckt meiner Meinung nach auch in den Nebencharakteren. Sei es das ältere Ehepaar Ludiwig (wollen wir nicht alle so eine Bezehung haben?) oder der psychopathische 9-jährige Don (den ich eindeutig als Charaktere toll gemacht finde, aber trotzdem als Leser nicht mag. Außerdem ist er gruselig und ich muss mir da was von ihm abschauen. Tragisch, tragisch...). Toll waren auch die Mitarbieter von Fanny. Da gibt es Monsieur Rocher, der immer ein offenes Ohr hat und über alles bestens informiert ist, den singenden Wäschereimitarbeiter Pavel und den alten Stucky. Überhaupt liebe ich so alte Charaktere. Persönlich bin ich auch Fan der Moser-Anni, weil ich mir die so gut vorstellen kann (und schon die Namnsgebung mich an meine Oma erinnert). 
Interessant finde ich auch irgendwie dass das Buch so ziemlich ohne Familie auskommt. Fannys Eltern und Geschwister spielen hier nur eine sehr marginale Rolle in Form von SMS und Erzählungen und auch ihre beste Freundin Delia ist eine absolute Randfigur. 

MEINUNG
Auch wenn das „Wolkenschloss“ recht langsam beginnt hat es mich nie gelangweilt. Gerade der langsame Einstieg war mir hier sehr willkommen, immerhin ist es trotz fehlender Action interessant und witzig genug geschrieben. Am Ende wird dann noch ein beinahe-Verbrechen aufgedeckt, und ich gebe zu, ich bin erst sehr spät draufgekommen, wer dahinter steckt.
Es ist in meinen Augen eine Geschichte ganz im Stile Giers, die dennoch ein wenig anders ist als die anderen und daher eindeutig gelesen werden sollte.

Gesamteindruck:
Ein gelungener Einzelband, der nichts zu wünschen übrig lässt. Rätsel, Spaß und gut gemachte Charaktere lassen das Buch zu einem Erlebnis werden. Absolute Empfehlung

9,5/10 Punkte 

Dienstag, 19. Januar 2021

Smaragdgrün


Smaragdgrün von Kerstin Gier
erschienen am 08.12.2010 im Arena Verlag
482 Seiten

Klappentext: 
Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. 
Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwennys Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann ...

Aussehen: 
Das Buch ist bgrünau, mit vielen schwarzen Ornamenten, Blumen und den wieder den Silhouetten eines Mannes und einer Frau (dieses mal sind sie sich eindeutig zugetan), in eher altmodisch anmutender Kleidung. Autorin, Titel und kleinere Details sind wieder in grün gehalten. In der Hardcover Ausgabe (mit Schutzumschlag) sowie im Taschenbuch sind auch die Seitenzahlen und einzelne Textstellen in grüner Farbe gedruckt (nicht in den Ausgaben der Box!)

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Zeitreisen, Geheimorganisation, Liebes Hin und Her, Abschluss


Rezension:

SETTING
Gwendolyn, Zwietreisende wider Willen, geht nun ihrem Grande Finale zu. 

ALLGEMEINES
Beschäftigen wir uns mal kurz mit dem Thema Zeitreisen. Prinzipiell funktioniert die Trilogie nach dem Muster, dass das was passiert immer wieder so passieren wird, weil es sich selbst bedingt. Also zum Beispiel ist Lucas zur richtigen Zeit am richtigen Ort, weil er einen Zettel erhalten hat, den Gwen ihm später zukommen lässt, weil sie weiß, dass sie das schon einmal gemacht hat. Das funktioniert durchaus im ganzen Buch, aber ich würde es nicht extra erwähnen, wenn mich nicht etwas stören würde. (Kleiner Spoiler) James der Geist nämlich, wird von Gwen gerettet- was sie in diesem Sinne nicht tun kann, weil sie ihn, wenn er nie an Pocken gestorben wäre, nie kennen gelernt hätte. Man kann das natürlich weiterspinnen: hätte sie ihn nie kennen gelernt wäre er wiederum gestorben, aber es funktioniert in diesem Fall dann in zwei Schleifen, und nicht wie bei den anderen Reisen in dem Buch. Denn sonst verändert sie nun einmal nichts durch ihre Reisen. 

MEINUNG
Im Großen und Ganzen geht es im gleichen Stil weiter, wie bisher, daher mag ich auch dieses Buch sehr gerne. Leider stört mich, neben dem oben genannten, dass der Plan am Ende einfach nicht genug erklärt wurde... Wenn man darüber nachdenkt, was in welcher Riehnfolge passiert ist/sein kann, dann ergibt es durchaus Sinn, aber trotzdem steht es leider einfach nicht da. Sie verliert das Bewusstsein, kleiner Showdown -Ende. Ich hätte mir bei 482 Seiten doch diese eine Seite mehr mit der Ausführung wer was wann doch einfach gewünscht. 

ZUR SERIE
Es ist kein Geheimnis, dass ich diese Serie liebe. Der erste ist zwar noch ein wenig kurz und mehr ein Auftakt, und der letzte hat durchaus auch seine Fehlerchen, aber insgesamt konnte sie mich so richtig in ihren Bann ziehen. Gerne wieder lese ich die Geschichte von Gwendolyn und Gideon, Xemerius und Lucas. Und den Grafen. 
Zeitreisen sind zudem ein sehr tolles Thema. Ich fand es toll mit Gwenny in den Jahrhunderten herumzuspringen und Geheimnisse zu erkunden. Vor allem, weil sie selbst ja genausowenig Ahnung hat wie ein Durchschnittsmensch, der sich eben nicht mit allem extrem auseinandergesetzt hat. 
Und so schließe ich mit einer Empfehlung und wünsche viel Spaß beim Lesen :)

Gesamteindruck:
Ein krönender Abschluss mit kleineren Mankos, die man auf Kosten des Spaßes den man beim Lesen hat aber gerne mal übersehen kann.

8,3/10 Punkte

Sonntag, 10. Januar 2021

Cress

   
 
Cress (dt. Wie Sterne so golden) von Marissa Meyer
erschienen am 04.02.2014 (dt. 26.09.2014) bei Feiwel and Friends
552 Seiten(dt. 576) Seiten

Klappentext: 
Seit ihrer Kindheit hat Cress die Erde nur aus der Ferne betrachten können. Unter strenger Aufsicht der bösen Königin Levana führt sie in ihrem Satelliten ein wenig abwechslungsreiches Leben. Doch immerhin hat sie sich mit den Jahren zu einer begnadeten Hackerin entwickelt und verschafft sich so Zugang zu Levanas geheimen Plänen. Da taucht plötzlich das Raumschiff von Cinder bei ihr auf, die ihr zur Flucht verhilft. Doch wird sie auf der Erde den Ritter in der glänzenden Rüstung finden, von dem sie immer geträumt hat?

Aussehen: 
Wie schon bei den Vorherigen Teilen stehen sich hier die beiden Stile gegenüber. Aber ausnahmsweise muss ich sagen, dass ich das deutsche Cover, mit den sich wiederholenden Zöpfen ein bisschen besser finde, als das englische, auf dem im Prinzip nur Rapunzel sitzt. 

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Sci-Fi, Mond, Zukunft, Pandemie

Rezension:
Dieses Buch hat übrigens ewig gedauert zu lesen...und sie werden auch immer dicker...

SETTING
Im Prinzip geht es direkt nach dem zweiten Teil weiter. Hier kommt allerdings erst mal Cress (eigentlich heißt sie Crescent und das ist der Halbmond) hinzu. Jetzt haben wir eine Mechanikerin, eine Pilotin, also brauchen wir noch eine Hackerin. Diese sitzt statt in einem Turm in einem Satelliten fest, was noch einen Tick gemeiner ist, und muss der bösen Königin helfen. Leider geht es hier sehr viel darum die Gruppe zusammen zu bringen, zu trennen und wieder zusammenzubringen, sodass es um einiges langsamer war, als die beiden Teile davor.

ALLGEMEINES
Gerade in diesem Buch sind mir ein paar Sachen aufgefallen. Natürlich gibt es die obligatorischen Parallelen zu Rapunzel, aber vor allem habe ich über KIs nachgedacht. Es gibt das Programm, welches Cress sich selbst programmiert, damit ihr nicht langweilig ist, aber auch Iko finde ich wirkt extrem menschlich. Und ich meine fast schon zu menschlich, um einen Unterschied zu den anderen Charakteren zu erkennen. 

CHARAKTERE
Fangen wir mit Cress an. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie mag oder nicht... einerseits ist sie ein süßes Mädchen, und ich verstehe auch, dass sie lange mehr oder weniger in Isolation war, und sich entsprechend verhält, beziehungsweise eben nicht weiß, wie sie sich zu verhalten hat. Dennoch ist sie mir sehr oft auch mit ihrer Art auf die Nerven gegangen. Dauernd versteckt sie sich und ist nervös oder so... aber ich mochte auch die Dynamik zwischen ihr und Thorne, und dass sie ihn so ganz naiv als ihren Helden sieht. Außerdem is er bei ihr angenehmer und nicht so doof.
Wolf hat mich hier aber sowas von genervt. Mir schien er war meistens eher Teil des Problems, als der Lösung. Natürlich kann ich nachvollziehen wie es ihm geht, und warum er sich so benimmt, aber es geht halt auch um Fokus, und wenn man einen ganzen Planeten zu retten hat (und dazu hatte er keinen Beweis, dass das warum er sich so aufführt tatsächlich passiert ist), dann sollte man ein klein wenig zurückstecken können. Oder...zumindest es nicht noch schlimmer machen...?
Man bekommt auch schon einen Ersten Eindruck von Prinzessin Winter, und ich denke sie wird mir gefallen. 
Trotzdem muss ich an der Stelle noch sagen, dass ich ein kleines Problem damit habe, wie hier alle in Paaren enden. Klar Prinz/Prinzessin aus der jeweiligen Geschichte- schon klar. Aber persönlich hätte ich es besser gefunden wenn nicht jeder Topf einen Deckel hat, oder wenn wir Prinzen und Prinzessinnen mal durchmischen...

MEINUNG
Puh...schwierig. Es sind ein paar Sachen die mich stören. Neben der jeder endet als Paar Sache hat mir hier vor allem das Storytelling nicht gefallen. Der gesamte Mittelteil spielt in einer Wüste, und das ist mir mal mega auf die Nerven gegangen...es zieht sich auch einfach... (an einer Stelle wird darüber geschrieben 6 Mal in der Minute zu blinzeln, und mag ja mein Problem sein, aber - mega unangenehm und überhaupt nicht natürlich)

Gesamteindruck:
Keine schlechte Fortsetzung, wenn auch mit ein paar störenden, und verlangsamenden Charakteren und Erzählsprüngen. Im Großen und Ganzen eine gute Erweiterung der Geschichte, aber schwächer als die beiden Vorgänger.

7/10 Punkte

Dienstag, 5. Januar 2021

Saphirblau


Saphirblau von Kerstin Gier
erschienen am 05.01.2010 im Arena Verlag
389 Seiten

Klappentext: 
Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist vielleicht keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!)

Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!

Aussehen: 
Das Buch ist blau, mit vielen schwarzen Ornamenten, Blumen und den wieder den Silhouetten eines Mannes und einer Frau (dieses mal arbeiten sie zusammen), in eher altmodisch anmutender Kleidung. Autorin, Titel und kleinere Details sind wieder in blau gehalten. In der Hardcover Ausgabe (mit Schutzumschlag) sowie im Taschenbuch sind auch die Seitenzahlen und einzelne Textstellen in blauer Farbe gedruckt (nicht in den Ausgaben der Box!)

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Zeitreisen, Geheimorganisation, Liebes Hin und Her

Rezension:
SETTING
Das Buch setzt exakt an der Stelle an, an der wir in Rubinrot zurückgelassen wurden. Gwendolyn ist der Rubin, eine der 12 Zeitreisenden, und nicht nur das, sie soll sogar unter diesen etwas ganz besonderes sein. Leider hat sie keine Ahnung von alledem, da sie bis vor ein paar Tagen noch dachte ein ganz normales Mädchen zu sein. Und dann ist da ja noch der Kuss mit Gideon...

CHARAKTERE
In Buch zwei wird Gwens Großvater Lucas immer wichtiger. Diesen trifft sie recht früh im Buch auf einer ihrer Reisen, und wie das mit Großvätern so ist, verbünden sich die beiden und arbeiten zusammen. Lucas ist toll. Er passt super in seine Zeit, und es ist erfrischend ihn zu verschiedenen Zeitpunkten seines Lebens zu sehen.
Auch Xemerius ist neu. Er ist ein Wasserspeierdämon, der Gwen erst wider deren Willen, aber bald als Freund zur Seite steht. Xemerius lockert mit seinen witzigen und unangepassten Sprüchen, die natürlich nur Gwen hören kann, immer wieder die Stimmung auf und hilft ihr auch mitunter, indem er souffliert.

MEINUNG
Ich habe diese Bücher vor Jahren ja bereits einmal gelesen, und nach dem zweiten Durchgang muss ich sagen, dass dieser hier mein Lieblingsteil ist. Das liegt vor allem daran, dass es in Rubinrot so wenig Handlung gibt. Es dient mehr als Auftakt, während es in Saphirblau endlich mal so richtig los geht. Auch ist das eine der wenigen Serien in denen ich wirklich richtig hinter der Guten stehe, und nicht auf Seite des Bösen bin. Gwens Charakter lässt sie einen einfach nicht nicht mögen.
Gelegentlich habe ich mich aber gefragt, ob Gwen in der Vergangenheit nicht mehr auffallen sollte. Sie verwendet zwar nicht direkt Wörter, die es damals noch nicht gab, aber dennoch denke ich, dass sie eher modern spricht, auch wenn viele Konversationen nur erwähnt und nicht ausformuliert werden. 

Gesamteindruck:
Ein toller zweiter Teil, der gefühlt mehr Inhalt hat, als der erste und voll und ganz auch beim erneuten Lesen überzeugen kann!

9,8/10 Punkte

Winter

    

Winter (dt. Wie Schnee so weiß) von Marissa Meyer
erschienen am 10.11.2015 (dt. 20.01.2016) bei Feiwel and Friends
827 Seiten(dt. 848) Seiten

Klappentext: 
Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend zwingt die böse Königin sie dazu, sich das Gesicht mit Schnitten zu verunstalten – doch die Narben können Winters Schönheit nichts anhaben. Schließlich versucht Levana sogar, sie umbringen zu lassen. Da fasst Winter einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmäßige Thronfolgerin Selene finden, um gemeinsam mit ihr die böse Königin zu stürzen …

Aussehen: 
Auch bei diesem Teil hat das deutsche Cover eindeutig diesen Märcheneffekt, auch wenn ich mich frage, was Kronen und Schnee miteinander zu tun haben, warum das jeweils gewählt wurde, und warum nicht einfach Äpfel verdammt? Wie Äpfel so rot? Ich mein da hätte man vorher mitdenken müssen, aber hey...
Das englische Cover gefällt mir hier allerdings wieder sehr gut (besser) und ich finde der Apfel und die Hand die ihn halten haben einen ganz eigenen Flair!

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Sci-Fi, Mond, Zukunft, Pandemie, Abschluss

Rezension:
SETTING
Revolution und Ende!! 
Viel mehr kann man hier e nicht mehr sagen. 
Ich fand es toll, wie der Schneewittchen Teil der Geschichte eingewoben wurde.

ALLGEMEINES
Sowohl Titel als auch Vorgängerband machen klar, dass Winter hier einen eigenen Erzählsprünge bekommen wird. Und sie ist wirklich sehr interessant. Zum einen ist sie ein schwarzes Schneewittchen (ich hinterfrag jetzt mal gar nicht wie das mit dem Märchen dann funktioniert, aber auf Luna gibts ja auch keinen Schnee), zum anderen weigert sie sich ihre Fähigkeiten einzusetzen, zeigt offen ihre Narbe, und wird von allen auch noch geliebt dafür. Ach ja. Sie wird langsam verrückt weil sie ihre Gabe nicht benutzt ...immerhin weiß sie aber wann sie halluziniert. Und sie ist wirklich faszinierend.
Wie schon in den letzten Teilen, wechseln wir Standort, und dieses Mal ist das Geschehen am Mond angesiedelt. 
Leider ist das Buch mit über 800 Seiten aber auch als Waffe einsetzbar, und das heißt... man kann sich damit super gegen Wölfe wehren...es zieht sich ein wenig. Wir haben zwei Geschichten, die hier erzählt werden, Winters und Cinders (Hauptstory). Und während beide spannend sind, ist es einfach die Gesamtlänge, die ein wenig zu überwältigend scheint.

CHARAKTERE
Cinder, mit der ich unterwegs immer wieder kleinere Probleme gehabt habe, schlägt sich hier ziemlich gut. (Sie war zu nett zu Adri, aber man sollte Nettigkeit nicht als etwas negatives sehen).
Wolf is für mich irgendwie zu einem Problem geworden.... Am Anfang mochte ich ihn wirklich, aber er ist  so arg in Scarlet verschossen, dass es schon nicht mehr normal ist, und auch mit seiner Geschichte bin ich einfach unglücklich..
Winter war toll. Wie oben schon erwähnt ist sie süß und nett und halluziniert. Sie war einfach spannend zu lesen, (zu) freundlich und trotzdem mutig. Ich finde sie gibt ein sehr gutes Schneewittchen ab!

MEINUNG
Leider bekommt dieser Teil ein paar Abzüge von mir. Zum einen war da eben diese enorme Länge, aber ich war auch nicht ganz glücklich mit der Revolution, die Cinder geplant hat. Es hat sich alles einfach ein bisschen so angefühlt, als hätte eine bessere Idee gefehlt... vor allem verliert die Geschichte auch noch an Spannung im Vergleich zu Winters Teil, der wirklich gut erzählt und durchdacht war. 


Die Serie
Alles in allem mag ich die Serie wirklich gerne. Der erste Teil war für mich persönlich der Beste, auch weil ich ihn unerwartet so toll gefunden habe. Aber auch die anderen drei Teile sind gute, solide Werke, und es hat Spaß gemacht mit Cinder auf die Reise zu gehen. Ein paar kleinere Mankos gibt es zwar, aber als Ganzes kann die Serie wirklich was, und ist mal was anderes als so manches Buch in dem Genre.

Gesamteindruck:
Solides Ende zu einer soliden Serie. Mit kleineren Rückschlägen im Storybereich kann auch der letzte Teil der Serie überzeugen und ist trotz allem sogar ein bisschen spannender als das Buch davor. Das macht dann

7,9/10 Punkte

Scarlet



Scalet (dt. Wie Blut so rot) von Marissa Meyer
erschienen am 05.02.2013 (dt. 24.01.2014) bei Feiwel and Friends
454 Seiten(dt. 432) Seiten

Klappentext: 
Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grandmère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt.
Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …

Aussehen: 
Rotkäppchens Umhang auf dem englischen Cover oder der Wolf in rot auf dem deutschen. Es ist schwer zu sagen welches hübscher ist hier, weil, anders als bei Teil 1 hier keine subtilen Andeutungen versteckt sind. 

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Sci-Fi, Mond, Zukunft, Pandemie

Rezension:
SETTING
Einerseits haben wir Cinder. Diese muss aus dem Gefängnis ausbrechen, und hat dabei nur Hilfe von Thorne, einem mehr oder weniger Gauner. 
Auf der anderen Seite haben wir Scarlet, die in Frankreich wohnt, Pilotin ist, Bio-Tomaten anbaut, und ihre Großmutter sucht. Abgesehen von der Präsenz der Farbe rot in ihrem Leben, trifft sie auch auf einen sehr interessanten, sehr animalischen Fremden. Man sieht also wohin das Ganze führt. 
Interessant ist auch der Wechsel der Hauptfigur, denn dieser Teil konzentriert sich viel mehr auf Scarlet als auf Cinder.

ALLGEMEINES
Mit Scarlet als neue/temporäre Hauptperson, rückt Cinder in den Hintergrund. Dennoch bekommen wir auch ihre Sicht, und sogar hin und wieder etwas über Kai mit.
Mittlerweile ist ja außerdem klar, dass Levana ein funktionierendes Gegenmittel für Letumsis hat, und wie kann sie auch anders, dieses als Druckmittel benutzt. 
Außerdem kommt Wolf vor, mit seinem...Rudel... ja es is schon sehr auffällig, aber es sind zumindest keine Werwölfe geworden. Dazu kommt, dass gerade Wölfe ja oft die "Bösen" sind, und so wie sie hier vorkommen, macht das für ne Märchen-Neuerzählung durchaus Sinn.
Im übrigen ist es auch durchaus interessant zu sehen, wie Kai alleine durch politische Probleme daran gehindert wird zu agieren wie, wann und in welchem Ausmaß er will.

SCHREIBSTIL
Meiner Meinung nach besser als der letzte Band. Kann gerne so bleiben und Dankeschön.

CHARAKTERE
Neu sind Scarlet, Thorne und Wolf
Bringen wir's hinter uns: Ich mag Thorne nicht. Mir ist klar, dass ich da wohl ziemlich allein auf weiter Flur stehe, aber ich fand ihn anstrengend, nervig und unerträglich.
Scarlet hingegen ist eine starke Frau! Sie hat jedoch ein kleines Agressionsproblem... (man wirft nicht mit Essen!). Es wird besser, und ihr Temperament hat natürlich was für sich, aber sie stellt schon einen gewissen Gegensatz (an sich gut) zu Cinder dar, und...naja ich mochte letztere einfach mehr als Erzählerin.
Wolf ist...interessant...noch weiß man nicht allzu viel von ihm, und er wirkt etwas wie das große, starke Dummchen. Außerdem kann man natürlich viel von seiner Geschichte auch erahnen... aber naja. Er hat dennoch Potential und er scheint nicht wirklich der böse Wolf zu sein, den man erwartet...

MEINUNG
Ich bevorzuge irgendwie Band 1. Das liegt an der Erzählerin genauso wie an der Geschichte. Diese war langsamer, und das nimmt natürlich ein bisschen was vom Drang weg unbedingt jetzt zu lesen. Aber es ist bei aller Kritik ein sehr gutes Buch, hat mich ordentlich unterhalten, und gibt einen soliden zweiten Teil ab. Außerdem ist das mit dem Hauptcharakter ja auch Präferenzsache...
Warum sie jetzt den Titel aber geändert haben weiß ich nicht. Ich mein Blut ja gut aber hätte man schon besser lösen können... 

Gesamteindruck:
Alles in allem nimmt Scarlet mit der Titelgebenden Hauptfigur eine andere und neue Perspektive ein, und wer den ersten Teil mochte und feurige Persönlichkeiten mag, wird auch nicht enttäuscht. Ein wenig langsamer und in mehrer Stränge aufgeteilt geht es hier zwar weiter, aber die Geschichte hat es immer noch in sich und verlangt es gelesen zu werden

7,5/10 Punkte

Sonntag, 3. Januar 2021

Cinder

Cinder (dt. Wie Monde so silbern) von Marissa Meyer
erschienen am 03.01.2012 (dt. 20.12.2013) Feiwel and Friends
390 Seiten(dt. 384) Seiten

Klappentext: 
Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht Kai ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh … 

Aussehen: 
Ich habe es auf Englisch gelesen und finde dieses Cover auch schöner, weil es ein mit dem Cyborgfuß im Schuh schon eine Parallele zwischen Cyborg und Cinderella zieht. Dennoch hat das deutsche Cover durchaus Flair und sieht mehr nach Märchenbuch aus. Auch hier lässt sich aber das Thema (Schuh bzw. Cinderella klar erkennen).

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Sci-Fi, Mond, Zukunft, Pandemie

Rezension:
SETTING
Irgendwann in ferner Zukunft, 126 Jahre nach dem vierten Weltkrieg (fragt gar nicht erst nach dem dritten): Man hat sich nun endlich auf Weltfrieden geeinigt, nur um dann eine Art kalten Krieg mit dem Mond (Königreich: Luna) zu führen. Die (eindeutig) böse Königin Levana hat hier auch ein wenig die Hand am längeren Hebel, weil auf der Erde eine Pandemie (Oh Schock), Letumosis, das blaue Fieber herrscht. Die ist übrigens tödlich. 
Außerdem können Mondbewohner sowas wie Gedankenkontrolle/Telekinese, man ist ihnen also relativ ausgeliefert, und dass Levana noch nicht alles kontrolliert liegt eigentlich nur daran dass sie ein wenig den Schein wahren will, und den Erdenprinz heiraten möchte. Außerdem Jagd sie jeden der sich ihrer Kraft (also dieser Kontrolle, weil sie is natürlich die stärkste) entziehen kann.

ALLGEMEINES
Sci-Fi ist jetzt nicht unbedingt DAS Genre für mich, aber ich hatte gelesen, dass die Serie von Sailor Moon inspiriert wurde, und musste einfach wissen wie es sich liest. Und natürlich kauft man (ich) da am besten die ganze Box.
Interessant sind die Themen. Nicht nur die totale Kontrolle, die Mondbewohner auf einen ausüben können, sondern auch die soziale Stellung von Cyborgs (sie sind Eigentum) sprechen nicht nur soziales Ungleichgewicht und freien Willen, sondern auch ganz klar Sklaverei an.
Das ganze spielt dann auch noch in New Beijing, und hatte einen etwas chinesischen Touch (keine Ahnung wie gut das umgesetzt wurde, aber ich weiß aus dem japanischen, dass es Höflichkeits-suffixe gibt, und es hat sich zumindest gut gelesen).

SCHREIBSTIL
Gelesen hat es sich gut, schnell und flüssig. Aber hier muss ich sagen, dass ich es auf englisch gelesen habe, also kann das in der deutschen Übersetzung durchaus anders sein. Ein paar kleine Fehler hab ich trotzdem gefunden ;)

CHARAKTERE
Cinder, beste Mechanikerin der Stadt, außerdem Cyborg und damit Leibeigene ihrer Stiefmutter. Sie ist ziemlich cool, stur und hat den großen Vorteil einen Mini PC im Kopf verbaut zu haben. Aber (noch) weiß sie nicht woher sie kommt oder warum sie ein Cyborg ist. 
Natürlich folgen alle Charaktere einem gewissen Schema. Stiefmutter böse, Prinz gut. Ich fand es aber sehr erfrischend, dass sich Cinder und eine ihrer Stiefschwestern echt gut verstehen. Außerdem gibt es den Androiden Iko und sie ist wirklich lustig.
Zum Prinzen Kai. Klar ist er nett und freundlich, und Prinz halt. Aber er hat tatsächlich Charakter und einen eigenen Willen. Er scheint sehr offen zu sein, und gar nicht so auf eine Klassengesellschaft aus, aber er hat auch noch nicht viel zu sagen, da er gerade erst König geworden ist, und außerdem muss er sich ja auch gegen Levana wehren. 

MEINUNG
Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Außerhalb der Komfortzone zu lesen ist immer ein Risiko, aber hier habe ich wirklich ins Schwarze getroffen. Immerhin interessieren mich China, Sci-Fi und Cyborgs nicht wirklich, und nur auf Basis von Sailor Moon und Cinderella eine vierteilige Serie zu kaufen war schon ein Risiko.
Natürlich gibt es ein kleines Manko, denn wenn man Cinderella und/oder Sailor Moon kennt, kann man sich die Grundzüge der Geschichte (vor allem aber den großen Plot-Twist am Ende) durchaus denken. 
Mit dem deutschen Titel bin ich übrigens unglücklich....

Gesamteindruck:
Das Buch vereint sehr viele Elemente aus sehr vielen verschiedenen Richtungen und obwohl das wirklich nach hinten losgehen kann, wird alles sehr schön und stimmig verpackt. Selbst wenn man einen Teil der Inspiration der Autorin nicht mag, kann man sich aus dieser unkonventionellen Neuerzählung eines Märchens viel mitnehmen und viel Spaß damit haben. 
(Außerdem: Frauen in der Technik FTW)

9,5/10 Punkte

Samstag, 2. Januar 2021

Caraval



Caraval von Stephanie Garber
erschienen am 31.01/07.03.2017 bei Flatiron Books /Piper
407/400 Seiten

Klappentext: 
Scarlett sehnte sich schon immer danach, das Festival Caraval zu besuchen. Es verspricht die magische Erfüllung von Wünschen, Abenteuern und Freiheit. Doch Scarletts Vater verbietet seinen Töchtern, die Heimat zu verlassen. Caraval erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zum Festival ermöglichen. Scarlett fühlt sich am Ziel ihrer Träume. Aber als sie Caraval betritt, beginnt sie zu zweifeln. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgibt diese Welt. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...

Aussehen: 
Das Cover hat etwas magisches, und macht schon neugierig auf den Inhalt. Auch an das Thema Zirkus lässt es einen bereits denken.
 Die Deutsche Version hat das gleiche Bild, wie auch die US-Amerikanische (die britische Angabe beinhaltet mehr gold, und hat zudem eines von mehreren geheimen Bildern unter dem Schutzumschlag)

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Zirkus, Schwester, Magie

Rezension:
INHALT
Scarlett wollte immer schon Caraval sehen, eine Art Zirkus/Performance-Show, in der die Realität sich mit der Fantasie zu vermischen scheint. Als sie endlich Tickets dafür erhält, scheint es zunächst, als könne sie nun doch nicht gehen, denn bald schon steht ihre Hochzeit an, von der sie sich ein besseres Leben für sich und ihre Schwester verspricht. Für ihre Schwester Donatella kommt das allerdings gar nicht in Frage. Ohne ihr Einverständnis schafft sie Scarlett auf ein Boot, weg von ihrem gewalttätigen Vater.

ALLGEMEINES
Ein gewalttätiger Vater, eine starke Schwesternbindung und eine Liebesgeschichte- diese Buch hat das alles. Und dann gibt es natürlich auch noch Caraval mit seinen Performances und Wundern zu sehen.
Gerade die sehr prominente Beziehung der beiden Schwestern hebt dieses Buch von vielen anderen aus dem Genre ab. Als große Schwester fand ich, dass es auch einiges an Identifikationspotential hatte.
Erwähnt sollten auch die Briefe und Hinweise werden, die Teil der Geschichte, und von Caraval selbst, sind. Zumindest in der englischen Ausgabe, die ich gelesen habe, waren diese schon rein optisch durch eine andere Schriftart hervorgehoben.

SCHREIBSTIL
Alles in allem mochte ich den, auch wenn manche Sachen ein wenig eigenartig beschrieben waren. So sieht Scarlett zB ihre Gefühle als Farben (eigentlich ziemlich cool). Trotzdem waren die Vergleiche manches mal für mich ein wenig zu viel... zu kreativ?

CHARAKTERE
Scarlett, der Hauptcharakter beginnt als schüchternes, zurückhaltendes Mädchen, das eigentlich keine Risiken eingehen will, und ein bisschen zu sehr Mami für ihre kleine Schwester Tella spielt. Diese auf der andere Seite ist das komplette Gegenteil: wild und unbändig und immer auf der Suche nach Abenteuern. Zuerst war das etwas nervig, denn wer will schon ein Buch über einen Hauptcharakter lesen, der sich nichts traut und nichts tun will, aber natürlich muss Tella gerettet werden, und Scarlett an sich selbst wachsen.
Obwohl Tella in der Geschichte selbst kaum vorkommt, wirkt sie, neben dem Anfang, da macht sie sich gut, sehr egozentrisch und nervig. Sie benimmt sich wie ein Prinzesschen und nimmt keine Rücksicht, allerdings vermute ich etwas mehr hinter diesem Verhalten. Ja, man fragt sich, ob sie es jetzt wert war, so ein Aufsehen um sie zu machen, und auch wenn das Buch viel daraus zieht, wie die beiden Schwestern zueinander stehen, und ich meine eigene Schwester jederzeit retten würde, fand ich es doch einen Tick zu viel.
Dann gibt es noch Julian. Der Matrose (oder nicht?), dem man nicht so ganz trauen kann. Er scheint mehr zu wissen, als es scheint, und man kann sich nie sicher sein ob, oder warum er Scarlet nun hilft...

MEINUNG
Das Buch war an sich gut. Das Ende war schnell, gut und glaubwürdig. Caraval und Master Legend (versucht mal herauszufinden ob Master hier ein Name oder ein Titel is...) spielen mit den Teilnehmern, wie das Buch mit seinen Lesern. Alles was passierte war irgendwie eine Überraschung, dennoch hatte man die ganze Zeit das Gefühl, man hätte es ja vielleicht doch herausfinden und kommen sehen sollen/können/müssen. Aber beim nächsten Rätsel bestimm! 
Gestört haben mich vor allem die Charaktere der beiden Schwestern, und da auch vor allem am Anfang. Aber das Buch (mittlerweile eine Trilogie) lässt auf mehr hoffen, und die anderen beiden warten nur darauf, dass ich sie lese.

Übrigens gab es bei der UK Version ein geheimes Cover, das ich sehr gerne gehabt hätte (es gab mehrere verschiedene und war Zufall. Das wurde auch bei den Folgebänden beibehalten und ich hab immerhin den dritten in der Auflage) Trotzdem wäre das international cool gewesen. 

Gesamteindruck:
Starke Geschichte über Schwestern mit einigem Hin- und Her. Rätsel und Tricks, Magie (oder doch nicht?) und viele Fragen, die sich nicht wie Fragen anfühlen. Mit kleineren Fehlern und manchen nervigen Angewohnheiten bekommt das Buch solide...

7,5/10 Punkte.

Hexenlied



Hexenlied von Antonia Michaelis 
erschienen am 22.07.2019 im Oetinger Verlag
400 Seiten

Klappentext: 
Schlagworte Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität

Aussehen: 
Das Cover so in schwarz und mit diesem Mädchen drauf, von dem wir nicht wissen, ob sie nun eine Hexe ist, oder nicht, hat durchaus etwas magisches. Gerade die Blumen und dieser Dornenkranz um ihren Kopf lassen sie aber auch naturverbunden und unschuldig aussehen

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
magischer Realismus, Außenseiter, Verwirrung 

Rezension:
SETTING
In der Schule soll ein Theaterstück aufgeführt werden und wie das halt so ist, beginnen alle bei den Proben ein wenig zu halluzinieren und wissen bald nicht mehr, was wirklich ist und was nur das Stück. Oder zumindest so ähnlich. Die Grenzen verschwimmen tatsächlich etwas, aber man weiß gar nicht genau warum, und je seltsamer es wird, umso mehr muss doch das komische Mädchen Schuld sein. Einzig Tim, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat (Hyperakusis und das bedeutet er hört zu viel) scheint da nicht ganz so überzeugt zu sein.

ALLGEMEINES
Es ist schon teilweise nicht lustig oder unterhaltend dieses Buch, denn es werden viele ernste Themen angesprochen. Von Tod über Mobbing (bis hin zu angedeuteten Essstörungen) ist alles dabei. Und während hier natürlich wichtige Themen verhandelt werden, fällt trotzdem negativ auf, dass nicht ganz alle aufgelöst werden. Ich will gar nicht sagen, dass das zu keinem guten Ausgang führen kann, aber das Buch ist so realistisch im Bezug auf die immer paranoider und abwegiger denkenden Charaktere, wie es unrealistisch mit deren Umgang mit dem Stück, oder deren Verhalten zwischendurch ist. 
Es ist auf jeden Fall ein Werk, über das man nachdenken sollte, sicher eines von dem man vieles lernen kann, aber ich weiß nicht, ob es auch wirklich unterhaltsam ist...
Interessant ist übrigens auch der Hintergrund der gewählt wurde, denn das Stück, welches unsere Gruppe lernt und aufführen will spielt in einem spanischen? mexikanischen? Dorf und auch die dortigen Ureinwohner werden miteinbezogen, was durchaus interessant ist.

SCHREIBSTIL
Der war an sich recht angenehm. Die Autorin weiß was sie da tut, und auch die spanischen Passagen (ein Lied) haben (bei meinen etwas eingerosteten Spanischkenntnissen) durchaus Sinn ergeben.

CHARAKTERE
Von allem Charakteren stechen nur Tim und Lilith wirklich heraus. Sie ist eine Einzelgängerin, die auch kein Problem damit hat, alleine zu sein, und/oder sich mit sich selbst zu beschäftigen. Sie ist außerdem ein guter Mensch, und nett und ohne Groll (vor allem wenn man bedenkt was ihr alles passiert). Ein wenig nervig ist das schon, weil man manches Mal auch will, dass sie die Leute in die Schranken weist, und weil sie sehr oft auch in Rätseln spricht. Aber sie ist gut für Tim und einigermaßen angenehm zu lesen.
Tim auf der anderen Seite erscheint mir von der Freundesgruppe bei weitem der vernünftigste, normalste und anständigste zu sein. Es wird recht schnell klar, dass er traumatisierte ist und seit einem Vorfall an Hyperakusis leidet, und das geht einem beim Lesen schon mal durchaus auf die Nerven. Seine Freunde wissen davon aber nichts, und es ist recht offensichtlich, dass er sich vor ihnen verstellt und dazugehören will. Dennoch mausert er sich im Verlauf der Handlung und lernt immer mehr auch für das einzustehen was ER will.
Die anderen Charaktere haben durchaus auch ihre Probleme und tragischen Geschichten, aber sie verblassen auch ein wenig, weil eigentlich jeder in dem Buch das ein oder andere Problem mit sich herumschleppt (von Alkoholismus bis Einsamkeit). Auch ist es zeitweise (für mich) schwer sie auseinanderzuhalten...und der Lehrer, der noch erwähnt werden sollte mag zwar ganz nett sein, ist aber absolut unfähig wenn es um seinen Job geht.

MEINUNG
Meh. Meeeeh. Es war okay...besser wird es nicht. Der Anfang ist etwas zäh, und während die Geschichte im letzten Drittel durchaus Fahrt aufnimmt, rettet das auch nur wenig. Dazu kommt, dass das Ende einfach unglaubwürdig wirkt. Insgesamt haben mich also weder die Geschichte, noch die Charaktere überzeugt, und ne nette Idee alleine (selbst wenn wichtige Themen angesprochen werden) ist einfach zu wenig... dazu bin ich der Meinung, dass Handlungen Konsequenzen haben müssen, und wenn man schon so viele Probleme, und dermaßen viel Fehlverhalten einbaut, sollte das am Ende irgendwie auch aufgelöst oder geahndet werden. Ich mein klar, in unserer Welt läuft nicht alles rund, aber aus einem Buch möchte man doch lieber optimistisch als deprimiert hervorgehen...

Gesamteindruck:
Ich bleibe bei Meh. Gute Themen, akzeptabel Geschichte, schlechte Auflösung und fragwürdige Charaktere. Das Buch war maximal eine Warnung, die einen deprimiert zurücklässt, und obwohl es sicher schlimmer geht, sind hier einfach nicht mehr als 
5,5/10 Punkten drinnen.

Donnerstag, 7. September 2017

Nach dem Sommer

Bildergebnis

Nach dem Sommer (eng. Shiver) von Maggie Stiefvater
erschienen am 06.09.2010 (eng. 01.08.2009)
423 Seiten (eng. 390 Seiten)

Klappentext: 
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf. Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Aussehen: 
Die deutsche Ausgabe ist in einem warmen Pastell-Orange gehalten. Einige Ranken vervollständigen den romantischen Hintergrund vor dem Sams und Graces Umrisse zu sehen sind.
Persönlich mag ich das englische Cover (in einem kalten Blau gehalten) lieber, da dieses mir zu warm erscheint, für das was im Buch erzählt wird- schön gestaltet ist es aber alle Mal.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Romantik, Verzweiflung, Winter, Wölfe

Rezension:
SETTING:
Jeden Winter wartet Grace auf ihre Wolfe, und bald (was das Buch betrifft, denn eigentlich dauert es sechs Jahre bis sie dahinter kommt) erkennt sie, dass die Wölfe eigentlich Menschen sind. Wenn es zu kalt wird legen diese allerdings ihre menschliche Form ab, und werden für die kalten Monate zu Tieren. Keiner weiß warum das so ist, oder was man dagegen tun kann, dennoch verliebt sich Grace in "ihren" Wolf, in Sam, ohne jedoch zu wissen, dass dies sein letzter Sommer als Mensch sein wird.

ALLGEMEINES
Wer hier aufmerksam mitliest, hat sicher schon mitbekommen, dass ich von Stiefvater bisher nicht sonderlich begeistert war. Daher habe ich dieses Buch auch ewig vor mir hergeschoben, wobei man eher sagen sollte, ich hatte nie vor es zu lesen. Tragisch, dass ich es getan habe, weil gerade nichts anderes da war..wobei wie mans nimmt, denn ich kann immer noch nicht glauben, dass dies hier von der gleichen Autorin geschrieben wurde, wie "Wen der Rabe ruft". Es ist einfach zu anders.
Das Buch selbst wird abwechseln aus der Sicht vom Sam und Grace erzählt, wobei jedem Kapitel der Name des Erzählers und die aktuelle Temperaturangabe vorangestellt wird. Manches Mal war ich verwirrt, weil ich einfach davon ausgegangen bin, dass etwas zu Grace oder Sam gehört und nicht immer den Namen dazu gelesen habe, aber alles in allem gefällt mir diese Aufteilung sehr gut.
Auch toll fand ich die Neuinterpretation von Werwölfen. Hier ist es ausnahmsweise einmal nicht der Mond, sondern die Kälte, die eine Verwandlung auslöst (wobei das mit dem Mond kurz angesprochen wird). Das führt auch dazu, dass es sich nicht wie ein Buch über Werwölfe liest, auf das ich nämlich noch weniger Lust gehabt hätte, als auf die Autorin.

SCHREIBSTIL
War mir der bisher noch ein Dorn im Auge, muss ich sagen, dass ich hier positiv überrascht worden bin. Es ist schnell, einfach und flüssig zu lesen, man hat sofort einen Film im Kopf und stört sich eigentlich an nichts. Die Mitte war mir ein wenig zu langsam, und zu kitschig, da ich darauf gewartet habe, dass etwas passiert, aber das soll auch meine einzige sprachliche Kritik bleiben.

CHARAKTERE
Ich möchte mit Grace anfangen, die eine sehr gute Erzählerin ist. Manches Mal ist sie ein wenig teilnahmslos, oder akzeptiert zu viel (Stichwort: Eltern, denen sie egal zu sein scheint), aber das macht sie auch sehr verantwortungsbewusst. Alles in allem schient sie die Person zu sein, die Sam braucht, und abgesehen davon, dass sie sich eigentlich nie aufregt, fand ich sie super.
Sam bekommt von mir die Schulnote 3. Er ist nicht mein Idealer männlicher Hauptcharakter- dafür ist er zu weich, zu poetisch, zu ängstlich, und schreibt zu viele Lieder in seinem Kopf. Ich hab jetzt zwar auch nichts gegen ihn aber wirklich warm (Achtung schlechtes Wortspiel) werde ich auch nicht mit ihm. Anmerkung: ich mag ihn als Wolf mehr.
Isabel hat mich überrascht, daher eine Erwähnung hier. Zuerst war ich der Meinung sie wäre eine ziemliche Zicke....gut, sie ist eine ziemliche Zicke, aber sie scheint nett zu sein, wenn man sie kennt, und im Gegensatz zu Graces anderen Freunden, war sie da als sie gebraucht wurde. Stichwort Freunde: Olive und Rachel waren irgendwie unnötige Charaktere, zum einen weil sie nur dann auftauchen, wenn es gerade passt, und Grace (ganz die Tochter ihrer Eltern hier) sonst ein wenig auf sie vergisst, aber auch weil das ganze mehr Zweckbeziehung als Freundschaft ist.
Jack dagegen hasse ich. Seine Geschichte zieht sich irgendwie durch das ganze Buch, und ich habe nichts an ihm gefunden was ch auch nur annähernd hätte mögen können. Gut, das stimmt nicht, ich mag es wie seine Geschichte per se erzählt wird, und auch die Dinge die passieren fand ich passend.

MEINUNG
Nachdem ich nicht erwartet hätte, je wieder etwas von dieser Autorin zu lesen, bin ich beeindruckt und überrascht. Das Buch war gut, und das obwohl es gleich mehrfach nicht in mein Beuteschema passt. Vor allem hat es Spaß gemacht und war spannend, und ich habe wirklich Lust weiterzulesen. Ich hoffe dann auf ein schnelleres Tempo beim erzählen, und, ja, mehr Isabel.

Gesamteindruck:
Nach dem Sommer ist insgesamt ein gutes Buch. Ein wenig kitschig, ein wenig langsam in der Mitte, aber gut geschrieben und doch irgendwie spannend erzählt. Die neue Sicht auf Werwölfe bringt auch einen gewissen Charme mit sich, weswegen es eine klare Leseempfehlung für Band 1 gibt.

macht 8/10 Punkten

Donnerstag, 6. Juli 2017

La Belle et la Bête



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Die Schöne und das Biest (La Belle et la Bête) von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve
erschienen um 1740 in Frankreich (oder diese Ausgabe: Coppenrath 02.03.2017)
216 Seiten


Klappentext: 
Es ist eines der romantischsten Märchen aller Zeiten: Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 1740 sind Generationen gefesselt von der zeitlosen Geschichte der Schönen, die sich in ein grimmiges Biest verliebt …
Die Designkünstler MinaLima laden den Leser mit kunstvollen Illustrationen und aufwendigen interaktiven Extras ein, die Geheimnisse im verwunschenen Schloss des Biests neu zu entdecken – mit Pop-up-Tor, Schieber, verspiegelten Klapp-Fenstern und vielem mehr.

Aussehen: 
Ein Traum!

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Märchen, Disney, WTF??

Rezension:
*lustiges langes Mini-Review*

DAS BUCH
Man sollte ja ein Buch niemals nach seinem Cover (der Grund warum ich es gekauft habe), seinem Film (hier gibt es gleich 2 Disney Adaptionen die einem das schmackhaft machen) oder dem was man darüber gehört hat (vielleicht auch nicht unwichtig hier) beurteilen. Ich bin aber auch ein Musterbeispiel wie man es (nicht) macht.
Beim Lesen habe ich mich dann von oben genannten nicht beeinflussen lassen (hoffe ich) aber es fallen einem dennoch die (zahlreichen) Unterschiede auf.

Nimmt man also dann tatsächlich außen vor, dass ich auf sprechendes Geschirr gewartet und Gaston herbeigesehnt habe (wo bist du, verdammt??), bleibt folgendes übrig: ein sehr sehr eigenartiges Buch.

DIE GESCHICHTE (Achtung Spoiler)
Die Schöne, ein Musterbeispiel an Tugendhaftigkeit, Charakterlosigkeit und Schönheit, lebt mit ihren 5 Schwester, die sie dafür hassen, und 6 Brüdern bei ihrem Vater. Nachdem dieser alles verloren hat, und in den Wald zieht, erlangt er Kunde davon, dass eines seiner Schiffe wieder aufgetaucht sei. Lange Geschichte kurz: alles wurde von anderen verkauft, auf dem Rückweg landet er beim Biest, diesem stielt er eine Rose für seine Tochter. Der Preis: sie muss zum Biest (freiwillig).
Na gut, bis dahin kennen wir das ja schon; sie geht dort hin, lebt mit dem Biest, JEDOCH träumt sie jeden Abend von einem bezaubernden Jüngling, in den sie sich sogleich verliebt, der sie aber ermahnt nicht nach dem Äußeren zu gehen. Über Umwege, und ohne Gesang oder Aufstände, schafft sie es das Biest zu befreien, es ist- oh Wunder- ihr Traummann (see what I did there?). Jetzt (wir befinden uns kurz nach der Hälfte des Buches) kommt seine Mutter, ist gegen die Hochzeit mit einer Kaufmannstochter, denn er ist schließlich ein Prinz! Nun, kommt eine gute Fee, von der die Schöne auch schon geträumt hat, und versucht die Königin umzustimmen. Wir erfahren, dass eine andere Fee, den Prinzen verzaubert hat, weil dieser (und seine Mutter) nicht wollten, dass diese Fee ihn heiratet. Schließlich gibt die Königin endlich ihren Segen, und -oh Wunder- die Schöne ist die Tochter der Schwester der guten Fee, welche durch eine Intrige selbiger böser Fee im Reich der Feen gefangen genommen wurde. Nun kommt noch ihr leiblicher Vater, die Mutter schafft es auch aus der Verbannung heraus und alle sind glücklich. Ergibt Sinn, nicht wahr??

Tut es nicht. Selbst wenn wir mal außer Acht lassen, dass die Geschichte gut 250 Jahre alt ist, dass in Märchen immer alles gut wird (was auch nicht zu 100% stimmt), und dass am Ende alles immer passt, ist die Story einfach nur eigenartig.

....DAS BEDEUTET..?
Ja, das Buch war am Anfang ganz nett, aber die Geschichte kann nichts. Ich mag Märchen, und ich weiß sehr wohl um deren Eigenheiten bescheid (besser als ihr denkt: ich studiere Germanistik), und kann diese aus meiner Wertung heraushalten. Aber das hier, das war IM VERGLEICH ZU ANDEREN MÄRCHEN EIGENARTIG.

Gesamteindruck:
Sind wir fair: das Buch bekommt 10/10 für die Aufmachung und 3/10 für die Story
5/10 Punkte

Freitag, 9. Juni 2017

Tote Mädchen lügen nicht



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Tote Mädchen lügen nicht (13 reasons why) von Jay Asher
erschienen im cbt Verlag am
287 Seiten

Klappentext: 
Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...

Aussehen: 
Das Buch ist in einem knalligen Rot gehalten, zwischen dem Titel sind in giftgrün 13 Strichlein- eine Liste
Zwar ist dieses Cover definitiv ein Blickfang, aber mit dem grün erinnert es doch eher an ein Zombie-Apokalypse Buch, als eine Teenager-Tragödie.

Schlagworte, die wir damit verbinden: 
Selbstmord, Rache, Netflix

Rezension
Also wir kennen alle die Serie auf Netflix, ja? Tatsächlich habe ich sie nur angesehen, weil ich mich  verklickt habe, nicht weil mich das Thema, nichtsdestotrotz ein wichtiges, speziell interessiert.

INHALT
Als Clay von der Schule nach Hause kommt, erwartet ihn eine Lieferung. Darin befinden sich 7 Kassetten, auf denen Hannah erklärt, warum sie sich umgebracht hat, und wem sie die Schuld dafür gibt. Clay kann sich allerdings keinen Reim darauf machen, warum er auf diesen Kassetten sein soll, immerhin hat er doch gar nichts falsch gemacht- oder?

ALLGEMEINES
Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass wir die Geschichte aus Clays Sicht erzählt bekommen. Dazwischen jedoch (wir reden hier von: alle paar Zeilen) hören wir mit ihm Hannah Stimme (in kursiv).

Das Buch ist des weiteren nicht in Kapitel, sondern in Kassetten und deren A und B Seiten geteilt. Zusätzlich gibt es noch ein extra Kapitel am Anfang, das am Tag danach spielt und einen Epilog.
Das Buch beschäftigt sich schließlich mit dem Thema Selbstmord. Es tut dies auf eine sehr eigene Art und Weise, und versucht dem Leser klar zu machen, dass bei Hannah alle Zeichen da waren, diese aber nicht erkannt wurden.

SCHREIBSTIL
Es war einfach zu verstehen und schnell zu lesen; es gibt nur eine Sache, die nicht passt. Im ersten Kapitel befinden wir uns am Tag NACH den Geschehnissen, dennoch wird das gesamte Buch im Präsens erzählt. Vielleicht bin ich kleinlich, aber das hat mich durchwegs irritiert.

CHARAKTERE
Ich werde mich hier mal auf die (für mich) wichtigsten beschränken, denn auf Hannahs Liste steht so mancher. Versuchen wir das mal Spoilerfrei zu schaffen xD
Es gibt Alex und Jessica, die ich persönlich okay fand. Ihren Teil spielt Hannah meiner Meinung nach schon sehr in die Höhe- ja, sie haben sich nicht perfekt verhalten, aber wer tut das schon? Vor allem in dem Alter. Für mich waren diese beiden einfach normale Teenager. Punkt.
Auf der anderen Seite gab es Jenny, die sehr wohl einen fatalen Fehler gemacht hat, allerdings war das nichts persönliches, und wir erfahren nie, ob sie diesen wieder gut gemacht hätte, oder nicht, denn hier endet das Buch. Cortney war eine blöde Kuh, das muss man schon sagen, und (anders als in der Serie) habe ich nicht verstanden, warum sie gemein war zu Hannah.
Justin war am Anfang für mich eigentlich auch in Ordnung, aber später stellt sich heraus, dass er keinen Charakter hat. Was übrigens ein Problem des Buches an sich ist: wir erfahren nur warum Hannah denkt, dass alle böse sind, wer nicht was falsch gemacht hat, aber ein Mensch ist mehr als seine blöden Entscheidungen in der Schulzeit, und ich finde, es fehlt hier eindeutig Perspektive. Exkurs Ende- es hat mich schon gestört, dass Hannah Justin einen so großen Teil an der Schuld für ihren Tod gibt, obwohl er IHR nichts getan hat.
*kleiner Spoiler*
Clay tat mir leid. Er ist ein netter, fast schon zu guter Junge, der nichts falsch gemacht hat. Hätte sie ihm etwas erklären wollen, hätte sie das auch in einem Brief schreiben können, oder ihm anders sagen können.
*Ende*
Schließlich gibt es Hannah. Und seid mir jetzt bitte nicht böse, aber ich mag sie nicht. Sie ist ein Dramalama, sie ist schwach. Natürlich, ja, man kann nie sagen, was einen Menschen im Endeffekt wie beeinflusst, aber es las sich wirklich, als hätte sie jede Aktion von jeder Person auf die Waagschale gelegt. Wenn ich ein Buch zu diesem Thema schreibe, dann schreibe ich doch einen Grund, der auch schlimm ist da rein, oder? Ich will Hannah nämlich nicht nicht ernst nehmen, aber das tue ich teilweise nicht, weil ich mir wirkich denke: ja, das passiert so vielen- und?

MEINUNG
Interessant zu sehen ist, wie sich die Meinung nach der Serie, nach der Lektüre und nach einiger Zeit doch ändert.
Auf Goodreads hat dieses Buch bei mir 4/5 Sterne, aber mittlerweile würde es nur mehr 3 bekommen. Ich kann nicht beurteilen, ob mit dem Thema gut umgegangen wurde oder nicht, denn ich habe dazu keinen echten Bezug. Ich fand den Ansatz innovativ, ja, aber es ist auch eine Racheaktion. Ich fand es aber auch wichtig, zu sehen, dass viele Kleinigkeiten eine Person ruinieren können, denn jeder von uns ist anders.



Gesamteindruck:
Kontroversen. Kontroversen. Ich mochte das Buch nach dem Lesen, und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich kann mir eine Klasse vorstellen die damit arbeitet, aber ich würde es nicht noch einmal zum Spaß lesen.

6,5/10 Punkte